Skip to main content

Erasmus+

EU programme for education, training, youth and sport

Der Inhalt des Programmleitfadens „Erasmus+ 2022“ wird auf dieser Website noch nicht abgebildet. Sie können den vollständigen Leitfaden für 2022 aber als PDF-Datei in der Sprache Ihrer Wahl über „Download“ rechts auf dieser Seite herunterladen.

Erasmus+-Lehrkräfteakademien

In der Entschließung des Rates zur Weiterentwicklung des europäischen Bildungsraums[1] aus dem Jahr 2019 wird die Kommission aufgefordert, „neue Mittel zu entwickeln, um kompetente, motivierte und hoch qualifizierte Lehrer/innen, Ausbilder/innen‚ Erzieher/innen und Schulleiter/innen zu schulen und zu unterstützen und ihre fortlaufende berufliche Weiterbildung und eine hochwertige, forschungsbasierte Lehrkräfteausbildung zu fördern“.[2][3] Auch auf dem Europäischen Bildungsgipfel 2019 wurde die wesentliche Bedeutung von Lehrkräften betont, und in den Konsultationen zum künftigen Kooperationsrahmen wurde die Rolle der Lehrkräfte als eines der wichtigsten Themen identifiziert, die im Rahmen der EU-Zusammenarbeit behandelt werden sollten.

In den Schlussfolgerungen des Rates zu europäischen Lehrkräften und Ausbildenden für die Zukunft von Mai 2020[4] wird die Rolle von Lehrkräften als Stützen des europäischen Bildungsraums bekräftigt und eine weitere Förderung ihrer Laufbahn- und Kompetenzentwicklung sowie ihres Wohlergehens in allen Phasen ihrer Laufbahn gefordert. In den Schlussfolgerungen werden die Vorteile der Mobilität von Lehrkräften und die Notwendigkeit hervorgehoben, die Mobilität in der Erstausbildung und Weiterbildung von Lehrkräften zu verankern. Darüber hinaus wird die Kommission in den Schlussfolgerungen aufgefordert, eine engere Zusammenarbeit zwischen den Anbietern der Lehrkräfteausbildung im Rahmen der kontinuierlichen beruflichen Weiterbildung von Lehrkräften zu unterstützen.

In der Mitteilung der Kommission aus dem Jahr 2020 über die Vollendung des Europäischen Bildungsraums bis 2025[5] wird die zentrale Rolle von Lehrenden und Ausbildenden anerkannt und die Vision von hochkompetenten und motivierten pädagogischen Fachkräften formuliert, die während ihrer vielfältigen beruflichen Laufbahnen von verschiedensten Möglichkeiten der Unterstützung und beruflichen Entwicklung profitieren können. Zudem wird darin eine Reihe von Maßnahmen zur Bewältigung der gegenwärtigen Herausforderungen für die Lehrberufe vorgeschlagen, darunter der Plan zur Einrichtung von Erasmus+-Lehrkräfteakademien.

Im Aktionsplan der Kommission für digitale Bildung (2021–2027)[6] wird die Notwendigkeit unterstrichen, sicherzustellen, dass alle Lehrkräfte und Ausbilder über das Selbstvertrauen und die Kompetenz verfügen, um Technologien wirksam und kreativ einzusetzen, sodass sie ihre Lernenden einbeziehen und motivieren, sowie dafür zu sorgen, dass alle Lernenden ihre digitalen Kompetenzen entwickeln, damit sie in einer zunehmend digitalisierten Welt lernen, leben und arbeiten können.

Alle EU-Länder bekunden den Wunsch, die Attraktivität des Berufs zu verbessern: In den EU-Ländern, die an der TALIS-Erhebung der OECD teilnahmen, waren durchschnittlich weniger als 20 % der Lehrkräfte der Sekundarstufe I der Ansicht, dass ihr Beruf von der Gesellschaft geschätzt wird. Die Alterung der Lehrkräfte stellt ein Problem dar, da bevorstehende Rentenwellen in einigen Ländern zu einem potenziellen Mangel an Lehrkräften führen könnten. Wie aus dem Monitor für die allgemeine und berufliche Bildung 2019[7] auch hervorgeht, besteht in einer Reihe europäischer Länder ein erheblicher Mangel an Lehrkräften, entweder generell oder in bestimmten Fächern wie den Naturwissenschaften oder in spezifischen Bereichen wie dem Unterrichten von Schülern mit besonderem Unterstützungsbedarf.

Trotz eines breiten Angebots an fortlaufender beruflicher Weiterbildung geben die Lehrkräfte gemäß der TALIS-Erhebung der OECD nach wie vor an, dass es an beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten mangelt. Trotz ihrer Vorteile ist die Mobilität aufgrund zahlreicher praktischer Hindernisse, die durch kohärentere politische Maßnahmen beseitigt werden sollten, noch immer nicht wirksam in die Lehrkräfteausbildung integriert.

Die Erasmus+-Lehrkräfteakademien werden diese Fragen angehen, andere Arbeiten zur Vollendung des Bildungsraums ergänzen und dazu beitragen, die Ergebnisse auf die nationale und regionale Politikgestaltung und letztlich auf die Ausbildung von Lehrkräften und die Unterstützung für Schulen zu übertragen. Sie werden auf den Innovationen und den wirksamen Verfahren, die es im Rahmen der nationalen Lehrkräfteausbildung und der europäischen Zusammenarbeit gibt, aufbauen und diese weiterentwickeln. Besondere Aufmerksamkeit soll darauf verwendet werden, wirksame Verfahren in allen Ländern und Einrichtungen für die Lehrkräfteausbildung zu verbreiten und zu nutzen und sicherzustellen, dass Rückmeldungen und Wirkungsanalysen auch auf politischer Ebene erfolgen.

ZIELE DER AKTION

Übergeordnetes Ziel dieser Aktion ist die Schaffung europäischer Partnerschaften von Anbietern im Bereich der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften mit dem Ziel, Lehrkräfteakademien unter dem Dach von Erasmus+ einzurichten, die eine europäische und internationale Perspektive für die Lehrkräfteausbildung entwickeln werden. Diese Akademien werden Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt fördern, die Lehrkräfteausbildung im Einklang mit den bildungspolitischen Prioritäten der EU entwickeln und zur Verwirklichung der Ziele des europäischen Bildungsraums beitragen.

Die Erasmus+-Lehrkräfteakademien sollen die folgenden Ziele erreichen:

  • Beitrag zur Verbesserung der politischen Strategien und der Praxis der Lehrkräfteausbildung in Europa durch Schaffung von Netzwerken und praxisorientierten Gemeinschaften im Bereich der Lehrkräfteausbildung, in denen Anbieter der Erstausbildung von Lehrkräften (berufsvorbereitende Ausbildung künftiger Lehrkräfte) und Anbieter der fortlaufenden beruflichen Weiterbildung (berufsbegleitende Weiterbildung) sowie andere relevante Akteure wie Verbände von Lehrkräften, Ministerien und Interessenträger zusammenkommen, um Strategien und Programme für ein berufsbezogenes Lernen zu entwickeln und zu erproben, das wirksam, zugänglich und auf andere Kontexte übertragbar ist
  • Stärkung der europäischen Dimension und Internationalisierung der Lehrkräfteausbildung durch eine innovative und praktische Zusammenarbeit mit Lehrkräfteausbildern und Lehrkräften in anderen europäischen Ländern und durch den Erfahrungsaustausch zur Weiterentwicklung der Lehrkräfteausbildung in Europa. Dabei sollen die wichtigsten Prioritäten der Europäischen Union wie Lernen in der digitalen Welt, Nachhaltigkeit, Chancengerechtigkeit und Inklusion angesprochen werden, auch durch die Bereitstellung von Kursen, Modulen und anderen Lernmöglichkeiten zu diesen Themen für Lehrkräfte.
  • Gemeinsame Entwicklung und Erprobung verschiedener Modelle der (virtuellen, physischen und gemischten) Mobilität in der Erstausbildung und als Bestandteil der fortlaufenden beruflichen Weiterbildung von Lehrkräften, um die Qualität und den Umfang der Mobilität zu steigern und die Mobilität zu einem integralen Bestandteil des Lehrerbildungsangebots in Europa zu machen
  • Entwicklung einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen Anbietern der Lehrkräfteausbildung, um die Qualität der Lehrkräfteausbildung in Europa zu verbessern und Informationen für die Politik der Lehrkräfteausbildung auf europäischer und nationaler Ebene zu liefern

FÖRDERKRITERIEN

Um für eine Erasmus+-Finanzhilfe in Betracht zu kommen, müssen Projektvorschläge für Erasmus-Lehrkräfteakademien die folgenden Kriterien erfüllen:

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsteller kann jede auf nationaler Ebene anerkannte Organisation (mit den unten aufgeführten Merkmalen einer teilnehmenden Organisation) sein, die in einem Programmland ansässig ist. Die betreffende Organisation stellt den Antrag im Namen aller am Projekt beteiligten Organisationen.

Welche Arten von Organisationen können an dem Projekt teilnehmen?

Folgende Organisationen, die in einem Programmland ansässig sind (siehe Abschnitt „Förderfähige Länder“ in Teil A dieses Leitfadens), können als vollwertige Partner oder assoziierte Partner teilnehmen:

  • Einrichtungen für die Ausbildung von Lehrkräften (pädagogische Hochschulen, Institute, Universitäten, die eine Erstausbildung und/oder eine fortlaufende berufliche Weiterbildung von Lehrkräften anbieten) für Lehrkräfte der ISCED-Stufen 1–3, darunter Lehrkräfte in der Berufsbildung
  • Ministerien oder ähnliche öffentliche Stellen mit Zuständigkeit für die Politik im Bereich der Schulbildung
  • öffentliche (lokale, regionale oder nationale) und private Stellen mit Zuständigkeit für die Entwicklung der Politik und des Angebots im Bereich der Lehrkräfteausbildung sowie für die Festlegung von Standards für die Qualifikation von Lehrkräften
  • Verbände von Lehrkräften oder andere national anerkannte Anbieter für die Ausbildung und fortlaufende berufliche Weiterbildung von Lehrkräften
  • Behörden mit Zuständigkeit für die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften und für die Aufsicht über ihre fortlaufende berufliche Weiterbildung und Qualifizierung
  • Schulen, die mit Anbietern der Lehrkräfteausbildung zusammenarbeiten, um eine praktische Ausbildungskomponente zu ermöglichen
  • andere Schulen (von der Grundschule bis zur beruflichen Erstausbildung) oder andere Organisationen (z. B. NRO, Verbände von Lehrkräften), die für das Projekt relevant sind

Anzahl und Profil der teilnehmenden Organisationen

Eine Erasmus+-Lehrkräfteakademie muss mindestens 3 vollwertige Partner in mindestens 3 Programmländern (davon mindestens 2 EU-Mitgliedstaaten) umfassen, darunter:

  • mindestens zwei auf nationaler Ebene anerkannte Anbieter der Erstausbildung von Lehrkräften in zwei verschiedenen Programmländern und
  • mindestens einen auf nationaler Ebene anerkannten Anbieter der beruflichen Weiterbildung (berufsbegleitende Weiterbildung) von Lehrkräften

Darüber hinaus müssen Partnerschaften auch mindestens eine Schule, die Referendariate anbietet, als vollwertigen oder assoziierten Partner umfassen.

Die Partnerschaft kann zudem als vollwertige oder assoziierte Partner weitere Organisationen mit einschlägigem Fachwissen im Bereich der Lehrkräfteausbildung und/oder Stellen umfassen, die Standards, Qualifikationen oder die Qualitätssicherung für die Lehrkräfteausbildung festlegen.

Ort der Aktivitäten

Alle Aktivitäten von Erasmus+-Lehrkräfteakademien müssen in Programmländern stattfinden.

Projektdauer

3 Jahre

Wo ist der Antrag zu stellen?

Bei der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA).

Kennnummer der Aufforderung: ERASMUS-EDU-2021-PEX-TEACH-ACA

Wann ist der Antrag zu stellen?

Antragsteller müssen ihren Antrag bis zum 7. September des betreffenden Jahres um 17:00:00 Uhr (Brüsseler Zeit) einreichen.

Antragstellende Organisationen werden anhand der relevanten Ausschluss- und Auswahlkriterien bewertet. Weitere Informationen sind Teil C dieses Leitfadens zu entnehmen.

EINRICHTUNG EINES PROJEKTS

Jede Erasmus+-Lehrkräfteakademie führt kohärente und umfassende Aktivitäten durch, darunter:

  • Zusammenarbeit und Aufbau von Netzwerken und praxisorientierten Gemeinschaften mit Anbietern der Lehrkräfteausbildung, Verbänden von Lehrkräften, öffentlichen Organisationen, die an der Lehrkräfteausbildung beteiligt sind, und anderen relevanten Akteuren, um innovative Strategien und Programme für die Erstausbildung und die fortlaufende berufliche Weiterbildung für Lehrer und Schulen zu entwickeln
  • Entwicklung und Bereitstellung gemeinsamer, innovativer und wirksamer Lernmodule für die Ausbildung und die Kompetenz von Lehrkräften zu anspruchsvollen und/oder neuen pädagogischen Themen von gemeinsamem Interesse. Diese tragen den unterschiedlichen Bedürfnissen von angehenden Lehrkräften (im Rahmen ihrer Erstausbildung) und bereits tätigen Lehrkräften (im Rahmen ihrer fortlaufenden beruflichen Weiterbildung) Rechnung
  • Entwicklung eines gemeinsamen Lernangebots mit einer starken europäischen Dimension, das Mobilitätsaktivitäten in all ihren Formen umfasst, z. B. Sommerschulen, Studienaufenthalte für Studierende und Lehrkräfte sowie andere (physische und virtuelle) Formen der einrichtungsübergreifenden Zusammenarbeit
  • Ermittlung wirksamer Wege zur Beseitigung von Mobilitätshindernissen und Ermittlung von Bedingungen, einschließlich praktischer Vorkehrungen und der Anerkennung von Lernergebnissen, um die Zahl und Qualität von Mobilitätsaktivitäten zu steigern und sie fester im Erstausbildungs- und Weiterbildungsangebot für Lehrkräfte zu verankern
  • Einbeziehung von Schulen und insbesondere von Schulen, die Referendariate anbieten, in die Erprobung und den Austausch innovativer neuer Lehrmethoden (auch für Fernunterricht und gemischte Lehr- und Lernkonzepte)
  • Durchführung von Studien, Forschungsarbeiten und/oder Erhebungen oder Sammlungen wirksamer Verfahren im Einklang mit den Zielen dieser Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen, um Zusammenfassungen, Diskussionspapiere, Empfehlungen usw. zu erstellen und so die Diskussion anzuregen und Informationen für die Politik der Lehrkräfteausbildung zu liefern
  • Förderung und bevorzugte Verwendung der bestehenden Erasmus+-Instrumente wie eTwinning und School Education Gateway für virtuelle Mobilität, Zusammenarbeit und Kommunikation und für die Erprobung und Weitergabe von Ergebnissen.

ERWARTETE WIRKUNG

Die Entwicklung der Erasmus+-Lehrkräfteakademien dürfte die Attraktivität des Lehrerberufs erhöhen und Lehrkräften, Erziehern und Schulleitern eine hochwertige Erstausbildung und fortlaufende berufliche Weiterbildung ermöglichen.

Erasmus+-Lehrkräfteakademien sollen die europäische Dimension und die Internationalisierung der Lehrkräfteausbildung durch die Schaffung europäischer Partnerschaften von Anbietern der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken. Das enge Zusammenwirken einschlägiger Akteure über europäische Grenzen hinweg soll eine innovative europäische Zusammenarbeit und eine wesentliche Weiterentwicklung der Politik und Praxis im Bereich der Lehrkräfteausbildung auf der Grundlage bestehender Innovationen und wirksamer Praktiken in den nationalen Systemen der Lehrkräfteausbildung und des gemeinsamen Lernangebots für teilnehmende Lehrkräfte herbeiführen. Dieser Ansatz dürfte den Weg dafür ebnen, die Mobilität zu einem integralen Bestandteil des Angebots der Lehrkräfteausbildung in Europa zu machen, indem bestehende Mobilitätshindernisse beseitigt und die Voraussetzungen für erfolgreiche Mobilitätsstrategien und -programme ermittelt werden.

Die auf nationaler und europäischer Ebene tätigen Erasmus+-Lehrkräfteakademien werden starke und dauerhafte Partnerschaften zwischen Anbietern der Erstausbildung und der fortlaufenden beruflichen Weiterbildung von Lehrkräften bilden. Sie werden eine engere Zusammenarbeit zwischen Anbietern der Lehrkräfteausbildung ermöglichen und den Weg für strukturelle Partnerschaften und gemeinsame Programme zwischen den Einrichtungen ebnen. Auf diese Weise werden die Erasmus+-Lehrkräfteakademien eine hochwertige, wirksame Erstausbildung und fortlaufende berufliche Weiterbildung gewährleisten und Ergebnisse erzielen, die ohne Wissensaustausch und wirksame Zusammenarbeit nur schwer zu erzielen wären.

Durch die Nutzung verschiedener Verbreitungskanäle auf transnationaler, nationaler und/oder regionaler Ebene und die Einführung eines langfristigen Aktionsplans für die schrittweise Bereitstellung der Arbeitsergebnisse des Projekts wird erwartet, dass die Projekte relevante Interessenträger innerhalb und außerhalb der teilnehmenden Organisationen einbeziehen und eine dauerhafte Wirkung auch nach der Projektlaufzeit gewährleisten.

GEWÄHRUNGSKRITERIEN

Relevanz des Projekts

(Höchstpunktzahl 35 Punkte)

  • Bezug zu politischen Strategien: Inwieweit werden mit dem Vorschlag europäische Partnerschaften für Anbieter der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften geschaffen und entwickelt, um Erasmus+-Lehrkräfteakademien mit einem innovativen Lernangebot für Lehrkräfte einzurichten.
  • Kohärenz: Inwieweit beruht der Vorschlag auf einer angemessenen Bedarfsanalyse, hat klar definierte und realistische Ziele und betrifft Aspekte, die für die beteiligten Organisationen und die Aktion von Bedeutung sind.
  • Innovativer Ansatz: Der Vorschlag berücksichtigt die modernsten Methoden und Techniken und führt zu innovativen Ergebnissen und Lösungen allgemein für den Bereich, in dem er angesiedelt ist, oder für den geografischen Kontext, in dem das Projekt durchgeführt wird (z. B. Inhalte, erzielte Ergebnisse, angewandte Arbeitsmethoden, beteiligte Organisationen und Personen oder Zielgruppen und ‑organisationen).
  • Zusammenarbeit und Partnerschaften: Inwieweit ist der Vorschlag dazu geeignet, sowohl auf lokaler als auch auf nationaler und transnationaler Ebene eine starke und fortgesetzte Beziehung zwischen Anbietern der Erstausbildung von Lehrkräften (vorbereitende Ausbildung künftiger Lehrkräfte) und Anbietern der fortlaufenden beruflichen Weiterbildung (berufsbegleitende Weiterbildung) zu schaffen, deren Interaktionen auf Gegenseitigkeit beruhen und für beide Seiten von Nutzen sind.
  • Europäischer Mehrwert: Der Vorschlag erbringt nachweislich einen klaren Mehrwert auf individueller (Lernende und/oder Personal), institutioneller und systemischer Ebene, der durch Ergebnisse zustande kommt, die von den Partnern ohne eine europäische Zusammenarbeit nur schwer zu erreichen wären. Der Vorschlag nutzt und fördert die auf EU-Ebene bestehenden Instrumente wie eTwinning und School Education Gateway für Zusammenarbeit und Kommunikation und für die Erprobung und Weitergabe von Ergebnissen.
  • Internationalisierung: Der Vorschlag lässt erkennen, dass er zur internationalen Dimension der Lehrkräfteausbildung beiträgt, so auch zur Entwicklung gemeinsamer (virtueller, physischer und gemischter) Mobilitätsmodelle und anderer Lernangebote in der Erstausbildung und der fortlaufenden beruflichen Weiterbildung von Lehrkräften.
  • Digitale Kompetenzen: Inwieweit sieht der Vorschlag Aktivitäten (z. B. die Gestaltung innovativer Lehrpläne und Lehrmethoden, wirksame Lernmodule usw.) im Zusammenhang mit der Entwicklung digitaler Kompetenzen vor.
  • Grüne Kompetenzen: Inwieweit sieht der Vorschlag Aktivitäten (z. B. innovative Lehrpläne und Lehrmethoden, wirksame Lernmodule usw.) im Zusammenhang mit den europäischen Prioritäten für ökologische Nachhaltigkeit und dem Übergang zu einer umweltfreundlicheren Kreislaufwirtschaft vor.
  • Soziale Dimension: Der Vorschlag umfasst bei allen Aktionen eine horizontale Perspektive zur Berücksichtigung der Vielfalt und zur Förderung gemeinsamer Werte wie Gleichberechtigung, Nichtdiskriminierung und soziale Inklusion, auch für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf/geringeren Chancen und für Menschen, die in einem mehrsprachigen/multikulturellen Umfeld arbeiten.
  • Geschlechtersensible Gestaltung: Inwieweit thematisiert der Vorschlag die Gleichstellung der Geschlechter und trägt dazu bei, Lösungen für eine effektive Förderung eines geschlechtersensiblen Unterrichts in den Schulen zu finden.

Qualität der Projektkonzeption und -durchführung

(Höchstpunktzahl 25 Punkte)

  • Kohärenz: Die Projektkonzeption gewährleistet insgesamt die erforderliche Übereinstimmung zwischen Projektzielen, Aktivitäten und dem vorgeschlagenen Finanzrahmen. Der Vorschlag ist zusammenhängend und verständlich aufgebaut und beschreibt geeignete Aktivitäten und Dienste, die den ermittelten Bedürfnissen entsprechen und zu den erwarteten Ergebnissen führen.
  • Methodik: Qualität und Durchführbarkeit der vorgeschlagenen Methoden und ihre Eignung für die Erzielung der erwarteten Ergebnisse.
  • Struktur: Klarheit, Vollständigkeit und Qualität des Arbeitsprogramms, einschließlich angemessener Phasen zur Vorbereitung, Durchführung, Überwachung, Nutzung, Bewertung und Verbreitung.
  • Management: Es werden klare Regelungen für das Projektmanagement getroffen. Zeitvorgaben, Organisation, Aufgabenstellungen und Zuständigkeiten sind klar beschrieben und realistisch. Im Vorschlag sind jeder Aktivität geeignete Ressourcen zugewiesen.
  • Finanzrahmen: Der Finanzrahmen beinhaltet angemessene Mittel für eine erfolgreiche Durchführung des Projekts und wurde weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt.
  • Risikomanagement: Die mit dem Projekt verbundenen Herausforderungen und Risiken sind klar definiert, und es sind angemessene Aktionen zur Abschwächung der Risiken und zur Begrenzung der Herausforderungen vorgesehen.
  • Qualitätssicherung: Es sind angemessene Kontrollmaßnahmen (laufende Qualitätsbewertung, Peer- Reviews, Benchmarking usw.) vorgesehen.
  • Überwachungsinstrumente: Durch entsprechende Indikatoren soll sichergestellt werden, dass die Projektdurchführung von hoher Qualität und kosteneffizient ist.

Qualität der Partnerschaft und der Kooperations­vereinbarungen

(Höchstpunktzahl 20 Punkte)

  • Zusammensetzung: An dem Projekt sind Organisationen beteiligt, die einander ergänzen und eine angemessene Mischung darstellen, was das erforderliche Profil und die benötigten Kompetenzen, Erfahrungen und Fachkenntnisse für eine in jeder Hinsicht erfolgreiche Durchführung des Projekts betrifft.
  • Aufwärtskonvergenz: Inwieweit schafft die Partnerschaft Netzwerke und praxisorientierte Gemeinschaften mit Anbietern der Lehrkräfteausbildung, an der Lehrkräfteausbildung beteiligten Behörden und anderen relevanten Akteuren und ermöglicht einen wirksamen Austausch von Fachkenntnissen und Wissen unter diesen Partnern.
  • Geografische Dimension: Inwieweit sind an der Partnerschaft relevante Partner aus verschiedenen geografischen Gebieten beteiligt, inwieweit hat der Antragsteller die geografische Zusammensetzung der Partnerschaft begründet und ihre Relevanz für die Erreichung der Ziele der Erasmus+-Lehrkräfteakademien nachgewiesen und inwieweit umfasst die Partnerschaft ein breites und angemessenes Spektrum relevanter Akteure auf lokaler und regionaler Ebene.
  • Virtuelle Zusammenarbeit und Mobilität: Inwieweit ist die Zusammenarbeit mit bestehenden Erasmus+-Instrumenten wie eTwinning und School Education Gateway verknüpft.
  • Engagement: Die Aufteilung der Zuständigkeiten und der Aufgaben ist klar und angemessen; sie zeigt das Engagement und die aktiven Beiträge aller teilnehmenden Organisationen im Verhältnis zu ihrer besonderen Expertise und Kapazität.
  • Aufgaben: Der Koordinator zeichnet sich durch eine hohe Qualität seines Managements, die Fähigkeit zur Koordinierung transnationaler Netzwerke und Führungskompetenz in einem komplexen Umfeld aus. Individuelle Aufgaben werden auf der Grundlage des speziellen Know-hows jedes einzelnen Partners zugewiesen.
  • Zusammenarbeit: Es wird ein wirksamer Mechanismus vorgeschlagen, um eine gute Abstimmung, Entscheidungsfindung und Kommunikation der teilnehmenden Organisationen, der Teilnehmer und sonstiger maßgeblicher Interessenträger sicherzustellen.

Wirkung

(Höchstpunktzahl 20 Punkte)

  • Nutzung der Projektergebnisse: Aus dem Vorschlag geht hervor, wie die Projektergebnisse von den Partnern und anderen Interessenträgern genutzt werden. Im Vorschlag wird erläutert, wie die Verwertung der Projektergebnisse während und nach der Projektlaufzeit gemessen wird.
  • Verbreitung: Der Vorschlag beinhaltet einen klaren Plan für die Verbreitung der Ergebnisse während der Projektlaufzeit und nach Beendigung des Projekts und sieht geeignete Zielvorgaben, Aktivitäten, einschlägige Zeitpläne, Instrumente und Kanäle vor, damit die Ergebnisse während und nach der Projektlaufzeit wirksam und zum Nutzen von Interessenträgern, Politikgestaltern, Anbietern der Lehrkräfteausbildung, Behörden usw. verbreitet werden. In dem Vorschlag wird ferner angegeben, welche Partner für die Verbreitung zuständig sind und über welche einschlägige Erfahrung sie im Zusammenhang mit Verbreitungsaktivitäten nachweislich verfügen. In dem Vorschlag wird erläutert, welche Mittel für die Verbreitung genutzt werden, wobei den Erasmus+-Instrumenten wie eTwinning und School Education Gateway der Vorzug zu geben ist.
  • Wirkung: Aus dem Vorschlag geht die mögliche Wirkung des Projekts hervor:
  • auf Teilnehmer und teilnehmende Organisationen während und nach der Projektlaufzeit
  • über die unmittelbar an einem Projekt teilnehmenden Organisationen und Personen hinaus auf lokaler, regionaler, nationaler und/oder europäischer Ebene

Der Vorschlag enthält Maßnahmen sowie Zielvorgaben und Indikatoren zur Überwachung der Fortschritte und zur Bewertung der erwarteten (kurz- und langfristigen) Wirkung.

  • Nachhaltigkeit und Fortsetzung: In dem Vorschlag wird erläutert, wie die Erasmus+-Lehrkräfteakademien eingeführt und weiterentwickelt werden sollen. Der Vorschlag beinhaltet ein Konzept für einen langfristigen Aktionsplan, der die schrittweise Bereitstellung der Arbeitsergebnisse des Projekts nach seinem Abschluss vorsieht. Dieser Plan stützt sich auf dauerhafte Partnerschaften zwischen Anbietern der Erstausbildung von Lehrkräften (vorbereitende Ausbildung künftiger Lehrkräfte) und Anbietern der fortlaufenden beruflichen Weiterbildung (berufsbegleitende Weiterbildung). Auch die Ermittlung zweckdienlicher Leitungsstrukturen sowie Pläne für die Skalierbarkeit und finanzielle Nachhaltigkeit sollten Bestandteil des Plans sein, wozu auch gehört, dass (europäische, nationale und private) finanzielle Ressourcen benannt werden, die gewährleisten, dass die erzielten Ergebnisse und Vorteile auf lange Sicht eine nachhaltige Wirkung entfalten.

Um für eine Förderung in Betracht zu kommen, müssen die Anträge mindestens 60 Punkte (von insgesamt 100 Punkten) erreichen, wobei auch die erforderliche Mindestpunktzahl für eine weitere Prüfung für jedes der vier Gewährungskriterien zu berücksichtigen ist: mindestens 18 Punkte in der Kategorie „Relevanz des Projekts“, mindestens 13 Punkte in der Kategorie „Qualität der Projektkonzeption und -durchführung“ und 11 Punkte in den Kategorien „Qualität der Partnerschaft und der Kooperationsvereinbarungen“ und „Wirkung“. Im Fall von Ermessensentscheidungen erhalten die Anträge Priorität, die zunächst in der Kategorie „Relevanz des Projekts“ und anschließend in der Kategorie „Wirkung“ die höchste Punktzahl erzielen.

WELCHE REGELN BESTEHEN FÜR DIE FINANZIERUNG?

Die EU-Finanzhilfe ist ein Zuschuss zu den tatsächlichen Kosten des Projekts (Finanzierungsmodell für die tatsächlichen Kosten). Nur förderfähige Kosten und Kosten, die dem Begünstigten bei der Durchführung des Projekts tatsächlich entstanden sind (nicht die veranschlagten Kosten).

Die maximale EU-Finanzhilfe pro Projekt beläuft sich auf 1,5 Mio. EUR.

Darüber hinaus gilt:

  • Die Parameter der Finanzhilfe werden im Detail in der Finanzhilfevereinbarung festgelegt.
  • Der finanzielle Beitrag der EU darf 80 % der gesamten förderfähigen Kosten nicht übersteigen.
  • Die gewährte Finanzhilfe kann gegebenenfalls niedriger sein als der beantragte Betrag.

Weitere Einzelheiten sind in der Musterfinanzhilfevereinbarung aufgeführt, die über das Portal für Ausschreibungen und Finanzierungsmöglichkeiten der Kommission (Funding and Tender Opportunities Portal, FTOP) erhältlich ist.

  1. https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-13298-2019-INIT/de/pdf

  2. Monitor für die allgemeine und berufliche Bildung 2019, S. 28.

  3. 8. November 2019, 13298/19, https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-13298-2019-INIT/de/pdf

  4. https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-8269-2020-INIT/de/pdf

  5. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:52020DC0625&from=EN

  6. https://ec.europa.eu/education/education-in-the-eu/digital-education-action-plan_de

  7. https://ec.europa.eu/education/resources-and-tools/document-library/education-and-training-monitor-2019-executive-summary_de

.foot {font-size: 0.8em; margin-left: 2.5em; border-top: 1px solid black;} table, td, tr{border: 1px solid black; cellpadding="1"; cellspacing="1";} table{margin-bottom: 30px;}