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Erasmus+

EU programme for education, training, youth and sport

Die europäische Jugend vereint

Die Aktion „Die europäische Jugend vereint“ richtet sich an Jugendorganisationen an der Basis, die grenzübergreifende Partnerschaften aufbauen wollen, d. h. bestrebt sind, ihren Aktivitäten eine europäische Dimension zu verleihen und sie mit der EU-Jugendpolitik, vor allem der EU-Jugendstrategie 2019–2027, zu verknüpfen. Ziel ist es, neue Anträge von Organisationen zu fördern, die auf europäischer Ebene noch nicht fest etabliert sind. Zu diesem Zweck unterstützt die Aktion in erster Linie Aktivitäten mit dem Ziel, Jugendorganisationen auf EU-Ebene und Basis-NRO, die auf lokaler Ebene (in ländlichen Gebieten, Städten, Regionen, Ländern) tätig sind und von grenzüberschreitenden Aktivitäten profitieren würden, miteinander in Kontakt zu bringen.

Die Gesamtstruktur der Aktion trägt der zunehmenden Größe des Jugendsektors, den sich wandelnden Trends bei der Jugendbeteiligung und dem Bedarf an einer nachhaltigeren und stabileren finanziellen Unterstützung im Jugendbereich Rechnung.[1] Zudem ist sie Ausdruck der Notwendigkeit, die große Vielfalt der Jugendorganisationen in ganz Europa besser abzubilden und den nachweislichen Bedarf an Basisaktivitäten sowie an großen Kooperationsprojekten in Europa zu decken.

ZIELE DER AKTION

Projekte der Aktion „Die europäische Jugend vereint“ zielen darauf ab, Netzwerke zur Förderung grenzüberschreitender Partnerschaften zu schaffen, die in enger Zusammenarbeit mit jungen Menschen aus ganz Europa (Erasmus+-Programmländer) betrieben werden. Diese Netzwerke organisieren Kooperations- und Austauschaktivitäten, fördern Schulungen (z. B. für Jugendleiter) und ermöglichen es jungen Menschen, selbst gemeinsame Projekte durch physische und/oder Online-Aktivitäten zu entwickeln.

Wichtige thematische Prioritäten für die Aktion bestehen darin, zu den EU-Jugendzielen und zur EU-Jugendstrategie 2019–2027[2] beizutragen und diese zu fördern. Die europäischen Jugendziele schlagen sich auch in den von Präsidentin von der Leyen vorgelegten Politischen Leitlinien für die Kommission[3] nieder. Der laufende 18-monatige Zyklus[4] des Jugenddialogs und die dafür aufgestellten Prioritäten bilden ebenfalls eine Grundlage für die Aktion „Die europäische Jugend vereint“.

Und schließlich sind angesichts der COVID-19-Pandemie Reaktionen erforderlich, um ihre sozioökonomischen Auswirkungen auf die Jugend abzumildern, einschließlich des Aufbaus von Kapazitäten und spezifischer Maßnahmen zur Bewältigung der COVID-19-Krise im Jugendsektor. Dabei sollten Jugendnetzwerke neben der Bewältigung von Herausforderungen im Zusammenhang mit digitalen Kompetenzen und einer umweltfreundlichen Lebensweise auch prüfen, wie Solidarität und Inklusivität erreicht werden können.

SPEZIFISCHE ZIELE

Mit der Aktion soll konkret Folgendes unterstützt werden:

  • Förderung und Entwicklung einer transnational strukturierten Zusammenarbeit – online und offline – zwischen verschiedenen Jugendorganisationen, um Partnerschaften aufzubauen oder zu stärken, deren Schwerpunkt auf Solidarität und der inklusiven demokratischen Teilhabe aller liegt
  • Umsetzung von EU-Rahmen und -Initiativen wie länderspezifischen Empfehlungen aus dem Europäischen Semester[5], soweit sie den Jugendbereich betreffen
  • Initiativen mit dem Ziel, junge Menschen zur Teilhabe am demokratischen Prozess und an der Gesellschaft durch die Organisation von Schulungen anzuregen, Gemeinsamkeiten junger Europäer herauszustellen und eine Diskussion und Debatte über die Verbundenheit junger Europäer mit der EU, ihren Werten und ihren demokratischen Grundlagen anzustoßen, auch indem sie Gelegenheit erhalten, sich sinnvoll in den Wiederaufbauprozess nach der COVID-19-Krise einzubringen
  • Förderung der Teilhabe unterrepräsentierter Gruppen junger Menschen (z. B. schutzbedürftige und sozioökonomisch benachteiligte Jugendliche) in der Politik, in Jugendorganisationen und anderen Organisationen der Zivilgesellschaft
  • Neue Wege, Jugendorganisationen zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie und ihrer Folgen zu befähigen Ein Beispiel dafür wäre die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Jugendorganisationen in einem digitalen Kontext durch den Einsatz nichtformaler Lernmethoden und Organisationsmodelle, einschließlich alternativer Formen des Austauschs und der gegenseitigen Hilfe.

AKTIVITÄTEN

Die vorgeschlagenen Aktivitäten müssen in direktem Zusammenhang mit den allgemeinen und spezifischen Zielen der Aktion stehen und in einer Projektbeschreibung, die den gesamten Zeitraum der beantragten Finanzhilfe abdeckt, ausführlich erläutert werden, wie aus den Hinweisen im entsprechenden Abschnitt „Einrichtung eines Projekts“ und im Abschnitt „Wirkung“ hervorgeht.

Die Aktivitäten müssen einen grenzübergreifenden Charakter haben und können auf europäischer (Erasmus+-Programmländer), nationaler, regionaler oder lokaler Ebene durchgeführt werden.

Beispiele für einschlägige Aktivitäten:

  1. Aktivitäten, die den Zugang junger Menschen zu politischen Aktivitäten der EU auf allen Ebenen einer Gesellschaft (lokal, regional, national, europäisch) sowie in verschiedenen institutionellen Kontexten (formale Institutionen, nichtformale Zusammenarbeit und Lernaktivitäten, informelle Austauschbeziehungen usw.) und ihre Beteiligung daran erleichtern
  2. Mobilitätsaktivitäten, darunter Austauschbeziehungen zum Zweck der Vernetzung und/oder der Inanspruchnahme nichtformaler oder informeller Ausbildungsangebote
  3. Sensibilisierungs-, Informations-, Verbreitungs- und Werbeaktivitäten (Seminare, Workshops, Kampagnen, Treffen, öffentliche Debatten, Konsultationen usw.) zu den politischen Prioritäten der EU im Jugendbereich
  4. Förderung der strategischen Zusammenarbeit, des Gedankenaustauschs, des kooperativen Arbeitens und gemeinsamer kreativer Prozesse sowie relevanter nichtformaler Methoden zur Gestaltung und Erörterung von Bottom-up-Initiativen, Partnerschaften und Projekten im Bereich der EU-Jugendpolitik zwischen jungen Menschen, Jugendorganisationen, Politikgestaltern und Entscheidungsträgern sowie Forschern und anderen maßgeblichen Akteuren der Zivilgesellschaft. Dazu gehören Initiativen und Veranstaltungen zur Entwicklung von europäischen NRO/zivilgesellschaftlichen Organisationen/EU-weiten Netzwerken im Jugendbereich.
  5. Erkundung der Ansichten von Politikern über die Vorschläge junger Menschen für demokratische Systeme, wozu auch gehört, die Auffassungen und Bestrebungen bislang nicht eingebundener Jugendlicher, Hindernisse und förderlichen Faktoren für ein Engagement junger Menschen ohne Erfahrung mit bestehenden Formen der Beteiligung zu erkunden, und Förderung neuer Räume für das politische Engagement und Handeln junger Menschen in ganz Europa
  6. Auseinandersetzung mit einem erneuerten Verständnis der Bedeutung und des Nutzens eines aktiven Bürgersinns für die EU-Jugend, auch im Kontext der Erholung von der COVID-Krise mit dem europäischen Grünen Deal als Herzstück, sowie mit Blick auf die generationsbedingten Unterschiede in der Jugendvertretung und den sich wandelnden Mustern der Jugendvertretung in der EU
  7. Unterstützung der Entwicklung benutzerfreundlicher, standardisierter Methoden, Instrumente und innovativer Verfahren der Zusammenarbeit für NRO im Jugendbereich, einschließlich der Entwicklung neuer in der lokalen Gemeinschaft verankerter Jugendinitiativen, Kompetenzen und Fachkenntnisse für die Überwachung und Bewertung bestehender Aktivitäten in einer ergebnisorientierten Weise, die den Wert der Jugendbeteiligung in der Zivilgesellschaft verdeutlicht

Die Einbeziehung von Mobilitätsaktivitäten in diese Aktion ist fakultativ. Die Mobilitätsaktivitäten für junge Menschen müssen die Hauptziele des Projekts unterstützen und einen erheblichen Mehrwert für das Projekt und die beteiligten jungen Menschen erbringen.

WELCHE KRITERIEN MÜSSEN FÜR DIE BEANTRAGUNG IM RAHMEN DER BASISAKTION „DIE EUROPÄISCHE JUGEND VEREINT“ ERFÜLLT SEIN?

FÖRDERKRITERIEN

Um für eine Erasmus-Finanzhilfe in Betracht zu kommen, müssen Projektvorschläge für „Die europäische Jugend vereint“ die folgenden Kriterien erfüllen:

Wer ist antragsberechtigt?

Die folgenden Organisationen können als Koordinator beteiligt sein:

  • im Jugendbereich tätige NRO (einschließlich europäischer Jugend-NRO und nationaler Jugendräte)
  • lokale, regionale oder nationale Behörden

Die Organisation stellt den Antrag im Namen aller am Projekt beteiligten Organisationen und muss rechtmäßig in einem Erasmus+-Programmland ansässig sein.

Welche Arten von Organisationen können an dem Projekt teilnehmen?

Jede öffentliche oder private Organisation mit ihren verbundenen Einrichtungen (sofern vorhanden), die mit jungen Menschen außerhalb formaler Lernkontexte arbeitet und in einem Erasmus+-Programmland ansässig ist.

Beispiele für solche Organisationen sind:

  • gemeinnützige Organisationen, Verbände, NRO (einschließlich europäischer Jugend-NRO)
  • nationale Jugendräte
  • lokale, regionale oder nationale Behörden
  • Bildungs- oder Forschungseinrichtungen
  • Stiftungen

Öffentliche oder private kleine, mittlere oder große Unternehmen (einschließlich gemeinwirtschaftlicher Unternehmen) können einbezogen werden. Während sich diese Aktion also in erster Linie an gemeinnützige Organisationen richtet, können auch gewinnorientierte Organisationen beteiligt sein, sofern ein klarer Mehrwert für das Projekt nachgewiesen wird.

Anzahl und Profil der teilnehmenden Organisationen

Mindestens vier Partner aus mindestens vier Erasmus+-Programmländern.

Mindestens die Hälfte der den Konsortien angehörenden Organisationen sollte in den vorangegangenen zwei Jahren keine EU-Mittel aus dem Programm Erasmus+ im Rahmen von Projekten der Leitaktion 3 – „Die europäische Jugend vereint“ erhalten haben.

Ort der Aktivitäten

Die Aktivitäten müssen in den Erasmus+-Programmländern stattfinden.

Projektdauer

2 Jahre.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Bei der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) in Brüssel.

Ein und dieselbe Organisation kann bis zur Frist nur einen einzigen Antrag für diese Aktion einreichen.

Kennnummer der Aufforderung: ERASMUS-YOUTH-2021-YOUTH-TOG

Wann ist der Antrag zu stellen?

Antragsteller müssen ihren Antrag bis zum 24. Juni des betreffenden Jahres um 17:00:00 Uhr (Brüsseler Zeit) einreichen.

Antragstellende Organisationen werden anhand der relevanten Ausschluss- und Auswahlkriterien bewertet. Weitere Informationen sind Teil C dieses Leitfadens zu entnehmen.

EINRICHTUNG EINES PROJEKTS

Ein Projekt im Rahmen der Basisaktion „Die europäische Jugend vereint“ besteht aus vier Phasen, die bereits vor der Auswahl des Projektvorschlags für die Förderung beginnen, z. B. 1) Projektfindung und -anbahnung, 2) Projektvorbereitung, -konzeption und -planung, 3) Projektdurchführung und Überwachung der Aktivitäten und 4) Projektüberprüfung und Bewertung der Wirkung. Die teilnehmenden Organisationen und die Teilnehmer an den Aktivitäten sollten in allen Phasen eine aktive Rolle spielen und so ihre Lernerfahrung verbessern.

  • Findung und Anbahnung: Ermitteln Sie ein Problem, eine Notwendigkeit oder eine Chance, die Sie mit Ihrer Projektidee im Rahmen der Aufforderung thematisieren können; bestimmen Sie die zentralen Aktivitäten und die wichtigsten Ergebnisse, die von dem Projekt erwartet werden können; nennen Sie die maßgeblichen Akteure und potenziellen Partner; formulieren Sie das Ziel bzw. die Ziele des Projekts; stellen Sie sicher, dass sich das Projekt an den strategischen Zielen der teilnehmenden Organisationen orientiert; erstellen sie eine erste Planung, um das Projekt auf den Weg zu bringen, und tragen Sie die für die nächste Phase benötigten Informationen zusammen usw.
  • Vorbereitung, Konzeption und Planung: Stecken Sie den Projektumfang und die geeignete Vorgehensweise ab; legen Sie einen Zeitplan für die anfallenden Aufgaben fest; veranschlagen Sie Ihren Ressourcenbedarf, und arbeiten Sie weitere Details des Projekts aus, z. B. eine Bedarfsermittlung; legen Sie solide Ziele und Wirkungsindikatoren fest (spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und terminiert); benennen Sie Projekt- und Lernergebnisse; Beschreibung des Arbeitsprogramms, der Aktivitätsformate, der erwarteten Wirkung und des veranschlagten Gesamtbudgets; Erstellung eines Plans für die Projektdurchführung, einschließlich strategischer Aspekte der Projektleitung, Überwachung, Qualitätskontrolle, Berichterstattung und Verbreitung der Ergebnisse; Festlegung der praktischen Modalitäten und Bestätigung der Zielgruppe(n) für die geplanten Aktivitäten; Aufstellung von Vereinbarungen mit Partnern und Abfassung des Vorschlags usw.
  • Durchführung und Überwachung der Aktivitäten: Planmäßige Durchführung des Projekts entsprechend den Anforderungen in Bezug auf Berichterstattung und Kommunikation; Überwachung der laufenden Aktivitäten und Bewertung der Projektleistung anhand der Projektplanung Ermittlung und Durchführung von Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen von der Planung und zur Behebung von Problemen und Risiken; Ermittlung von Fällen von Nichteinhaltung der festgelegten Qualitätsstandards und Durchführung von Korrekturmaßnahmen usw.
  • Überprüfung und Bewertung der Wirkung: Bewertung der Projektleistung anhand der Projektziele und Durchführungspläne; Bewertung der Aktivitäten und ihrer Wirkung auf unterschiedlichen Ebenen, Weitergabe und Nutzung der Projektergebnisse usw.

Bei der Konzeption des Projekts zu berücksichtigende horizontale Aspekte:

Neben der Erfüllung der formalen Kriterien und dem Abschluss einer nachhaltigen Kooperationsvereinbarung mit allen Projektpartnern können die folgenden Elemente dazu beitragen, die Wirkung und die hochwertige Umsetzung von Projekten im Rahmen von „Die europäische Jugend vereint“ in den verschiedenen Projektphasen zu steigern. Die Antragsteller werden aufgefordert, diese Möglichkeiten und Faktoren bei der Gestaltung von Projekten ihres Projekts zu berücksichtigen.

Ökologische Nachhaltigkeit

Die Projekte sollten umweltfreundlich gestaltet werden und grüne Praktiken in alle Aspekte einbeziehen. Die Organisationen und Teilnehmer sollten bei der Konzeption des Projekts einen umweltfreundlichen Ansatz verfolgen, der alle Beteiligten dazu anregt, über Umweltfragen zu diskutieren und mehr darüber zu erfahren, sie zum Nachdenken darüber veranlasst, was auf den verschiedenen Ebenen getan werden kann, und Organisationen und Teilnehmer dabei unterstützt, alternative umweltfreundlichere Wege zur Durchführung der Projektaktivitäten zu finden.

Inklusion und Vielfalt

Mit dem Programm Erasmus+ sollen Chancengleichheit und gleicher Zugang, Inklusion und Fairness bei allen Aktionen gefördert werden. Zur Umsetzung dieser Grundsätze wurde eine Strategie für Inklusion und Vielfalt entwickelt, um mehr Teilnehmer aus einer größeren Vielfalt von Verhältnissen zu erreichen, insbesondere Teilnehmer mit geringeren Chancen, die mit Hindernissen für die Teilnahme an europäischen Projekten konfrontiert sind. Organisationen sollten barrierefreie und inklusive Projektaktivitäten konzipieren, bei denen die Ansichten von Teilnehmern mit geringeren Chancen berücksichtigt und diese Teilnehmer während des gesamten Prozesses in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.

Als übergeordneter Grundsatz gilt, dass die teilnehmenden Organisationen Strategien verfolgen sollten, um mit jungen Menschen aus unterschiedlichen Verhältnissen an der Basis in Kontakt zu treten. Dies umfasst die Einbeziehung einer vielfältigen Gruppe junger Menschen mit geringeren Chancen, auch aus abgelegenen/ländlichen Gebieten und/oder mit Migrationshintergrund. Daher sollten alle Aktivitäten dazu beitragen, immer breitere Kreise junger Menschen nicht nur zu erreichen, sondern auch aktiv einzubinden und so sicherzustellen, dass eine Vielfalt von Stimmen vertreten ist.

Digitale Dimension

Virtuelle Zusammenarbeit und Experimente mit virtuellen und integrierten Lernangeboten sind für erfolgreiche Projekte von zentraler Bedeutung. Insbesondere wird bei den Projekten nachdrücklich empfohlen, für die Zusammenarbeit vor, während und nach den Projektaktivitäten das Europäische Jugendportal und die EU-Jugendstrategieplattform zu nutzen.

Gemeinsame Werte, zivilgesellschaftliches Engagement und Teilhabe

Die Projekte unterstützen aktiven Bürgersinn und Ethik und fördern die Entwicklung sozialer und interkultureller Kompetenzen, kritisches Denken und Medienkompetenz. Der Schwerpunkt liegt auch darauf, für den Kontext der Europäischen Union zu sensibilisieren und ein entsprechendes Verständnis zu vermitteln.

 

ERWARTETE WIRKUNG

Die geförderten Projekte sollten belegen, wie sie voraussichtlich zur EU-Jugendpolitik beitragen, indem sie:

  • zur Verbesserung der Fähigkeit des an der Basis arbeitenden Jugendsektors beitragen, seine Aktivitäten auszuweiten und transnational auf Inklusion, Solidarität und Nachhaltigkeit hinzuarbeiten, wozu auch gehört, das Lernen und die Zusammenarbeit zwischen jungen Menschen und Entscheidungsträgern auf transnationaler Ebene zu fördern
  • auf den Zielen der EU-Jugendstrategie 2019–2027 aufbauen und konkret aufzeigen, wie sie zu den Prioritäten „Beteiligung, Begegnung, Befähigung“ der Strategie beitragen
  • auf den Ergebnissen der europäischen Jugendziele, des Jugenddialogs und anderer Projekte für Jugenddiskussionen und Meinungsumfragen zur Zukunft Europas aufbauen und sie mit der Politikgestaltung auf lokaler/regionaler/nationaler/europäischer Ebene verknüpfen
  • auf länderspezifischen Empfehlungen aus dem Europäischen Semester, soweit sie den Jugendbereich betreffen, aufbauen
  • die Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben im Hinblick auf eine aktive Bürgerschaft und Auseinandersetzung mit Entscheidungsträgern (Befähigung, neue Kompetenzen, Einbeziehung junger Menschen in die Projektkonzeption usw.) verbessern
  • bestehende bewährte Verfahren und die bestehende Reichweite über die lokale Ebene (ländliche Gebiete, Städten, Regionen, Länder) und das reguläre Netzwerk/die regulären Netzwerke hinaus ausweiten und dabei auch sinnvollen Gebrauch von digitalen Mitteln machen, um die Verbindung unter allen Umständen, auch in abgelegenen, isolierten oder abgeschlossenen Situationen, aufrechtzuerhalten
  • die Ergebnisse effektiv und ansprechend zum einen unter jungen Menschen, die an Jugendorganisationen beteiligt sind, verbreiten, um den Weg für systematischere Partnerschaften zu ebnen, zum anderen unter jungen Menschen, die keinen strukturierten Jugendorganisationen angehören oder aus benachteiligten Verhältnissen kommen

GEWÄHRUNGSKRITERIEN

Relevanz des Projekts

(Höchstpunktzahl 30 Punkte)

  • Zweck und EU-Mehrwert: Mit dem Vorschlag wird ein Projekt eingerichtet und weiterentwickelt, das die für die Jugend relevante Politik auf EU-Ebene, insbesondere die EU-Jugendstrategie 2019–2027, unterstützt. Aus dem Vorschlag ist eindeutig ein durch den transnationalen Charakter und die potenzielle Übertragbarkeit bedingter EU-Mehrwert auf Systemebene ersichtlich.
  • Ziele: Die Ziele des Vorschlags sind relevant für die allgemeinen Ziele der Aktion und mindestens eines ihrer spezifischen Ziele. Zudem sind die Ziele des Vorschlags konkret und klar definiert, erreichbar, messbar, realistisch und terminiert. Sie betreffen Aspekte, die für die teilnehmenden Organisationen von Bedeutung sind und einen klaren Mehrwert für die ausgewählten Zielgruppen erbringen.
  • Erfordernisse: Aus dem Vorschlag ist ersichtlich, dass er auf einer gründlichen Bedarfsermittlung basiert, die so weit wie möglich auf überprüfbaren Fakten und Zahlen, gestützt auf allgemeine und spezifische Daten mit Relevanz für alle im Konsortium vertretenen Länder und Organisationen, beruht. Es wird eine klare Bedarfsanalyse mit Bezug zu den konkreten Gegebenheiten der Antragsteller, Partner und Zielgruppen erwartet.
  • Einbindung der Jugend: Die Partnerschaft lässt erkennen, dass sie bereits ab der Phase der Konzeption jugendbezogener Aktivitäten in der Lage ist, die aktive Einbindung einer vielfältigen jungen Gruppe junger Menschen, etwa aus abgelegenen/ländlichen Gebieten, mit Migrationshintergrund und/oder aus benachteiligten sozialen Verhältnissen, zu sichern.

 

Qualität der Projektkonzeption und -durchführung

(Höchstpunktzahl 30 Punkte)

  • Planung: Der Vorschlag ist klar, vollständig und von hoher Qualität und sieht angemessene Phasen für die Vorbereitung, Durchführung, Überwachung und Bewertung des Projekts auf der Grundlage einer fundierten Methodik für Projektmanagement vor.
  • Methodik: Die Durchführung beruht auf einer geeigneten Methodik; die Ziele stehen im Einklang mit den Aktivitäten und sind klar umrissen, und die ermittelten Probleme, Bedürfnisse und Lösungen sind logisch miteinander verknüpft; der Arbeitsplan ist kohärent und konkret; durch geeignete Qualitätskontrollmaßnahmen und -indikatoren wird sichergestellt, dass das Projekt ordnungsgemäß und mit der nötigen Qualität, innerhalb des vorgegebenen Projektumfangs, fristgerecht sowie im Rahmen des Budgets durchgeführt wird; es wurden konkrete und geeignete Risikomanagement- und Notfallpläne aufgestellt.
  • Kostenwirksamkeit: Das vorgeschlagene Budget ist kohärent, hinreichend detailliert, für die Durchführung des Projekts geeignet und so konzipiert, dass es ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Die den Arbeitspaketen zugewiesenen Ressourcen entsprechen den darin vorgesehenen Zielen und Arbeitsergebnissen. Das Budget orientiert sich an den Bedürfnissen von Basisorganisationen und schutzbedürftigen jungen Menschen und fördert so ihre Einbeziehung in das Programm Erasmus+.

 

Qualität der Partnerschaft und der Kooperations­vereinbarungen

(Höchstpunktzahl 20 Punkte)

  • Zusammensetzung: An der Partnerschaft sind Organisationen beteiligt, die einander ergänzen und eine angemessene Mischung darstellen, was das Profil sowie die Kompetenzen, Erfahrungen, Fachkenntnisse und Managementunterstützung betrifft, die für die Verwirklichung ihrer Ziele erforderlich sind; der Mehrwert der Beteiligung gewinnorientierter Organisationen am Konsortium (sofern zutreffend) wird eindeutig nachgewiesen.
  • Geografische Zusammensetzung: Die Partnerschaft lässt die Fähigkeit erkennen, durch ihre geografische Zusammensetzung die wirtschaftliche, soziale und/oder kulturelle Vielfalt Europas abzubilden (d. h. in ganz Europa östliche, westliche, nördliche und südliche Gebiete zu erfassen) und so eine wahrlich gesamteuropäische Zusammenarbeit zu gewährleisten.
  • Entwicklung lokaler NRO: Die Partnerschaft ist in der Lage, die Kapazitäten und das Wissen lokaler, auf europäischer Ebene noch nicht fest etablierter NRO auszubauen, um eine verbesserte Peer-to-Peer-Zusammenarbeit zwischen NRO in ganz Europa herbeizuführen.
  • Engagement und Aufgaben: Die Zuständigkeiten und Aufgaben sind in der Partnerschaft klar und angemessen verteilt; der Koordinator zeichnet sich durch eine hohe Qualität seines Managements und das Potenzial für die Koordinierung transnationaler Netzwerke sowie Führungsfähigkeit in einer komplexen Umgebung aus.
  • Kooperationsvereinbarungen: Die vorgeschlagenen Lenkungsmechanismen stellen eine wirksame Abstimmung, Entscheidungsfindung, Kommunikation und Konfliktlösung der teilnehmenden Organisationen, der Teilnehmer und sonstiger maßgeblicher Interessenträger sicher.
  • Einbindung der Jugend: Junge Menschen werden in alle Phasen der Projektdurchführung angemessen einbezogen, und die Inklusion junger Menschen wird in allen Phasen und auf allen Ebenen des Projekts thematisiert, indem sie mit einer befähigenden Rolle und/oder konkreten Strategien zur Sicherstellung ihrer vielfältigen Beteiligung ausgestattet werden.

Wirkung

(Höchstpunktzahl 20 Punkte)

  • Wirkung: Das Projekt entfaltet potenziell eine hohe Wirkung in Bezug auf die Teilnehmer und Partnerorganisationen – insbesondere im Hinblick darauf, den Fokus der Basisorganisationen, der bislang auf nationalen, regionalen oder lokalen Aktivitäten ohne grenzüberschreitenden Charakter lag, zu erweitern, und zwar durch die Verstärkung oder Weiterentwicklung der Aktivitäten auf EU-Ebene während und nach der Projektlaufzeit, sowie auf den Jugendbereich insgesamt. Die erwarteten Ergebnisse lassen erkennen, dass der Antragsteller und die Partner die Werte der Europäischen Union, insbesondere im Hinblick auf die Unionsbürgerschaft, verstehen und in der Lage sind, sie zu vermitteln.
  • Verbreitung: Der Vorschlag lässt die Fähigkeit erkennen, Jugendarbeit zu betreiben und eine effektive Kommunikation über die Probleme und Lösungen der von der Partnerschaft vertretenen Gemeinschaften mit einem breiteren globalen Publikum zu führen; insbesondere beinhaltet der Vorschlag einen soliden Plan für die Kommunikation und Verbreitung der Ergebnisse und sieht geeignete Zielvorgaben und Aktivitäten und eine angemessene Aufgabenverteilung zwischen den Partnern sowie einschlägige Zeitpläne, Instrumente und Kanäle vor, damit die Ergebnisse wirksam und zum Nutzen von politischen Entscheidungsträgern verbreitet werden und den Endnutzern während und nach der Laufzeit des Projekts zugänglich sind.
  • Nachhaltigkeit: Aus dem Vorschlag wird klar ersichtlich, wie die Ergebnisse des Projekts zu Veränderungen im Jugendbereich auf Systemebene sowohl während als auch nach der Projektlaufzeit beitragen könnten und welch hohes Potenzial sie dafür aufweisen, eine langfristige Zusammenarbeit auf EU-Ebene zu fördern und/oder Impulse für neue jugendpolitische Strategien und Initiativen in der EU zu setzen.

Um für eine Förderung in Betracht zu kommen, müssen die Anträge mindestens 60 Punkte erreichen, wobei auch die erforderliche Mindestpunktzahl für eine weitere Prüfung für jedes der vier Gewährungskriterien zu berücksichtigen ist (d. h. mindestens 15 Punkte in den Kategorien „Relevanz des Projekts“ und „Qualität der Projektkonzeption und - durchführung“ und 10 Punkte in den Kategorien „Qualität der Partnerschaft und der Kooperationsvereinbarungen“ und „Wirkung“). Im Fall von Ermessensentscheidungen erhalten die Anträge Priorität, die zunächst für das Gewährungskriterium „Relevanz“ und anschließend für das Kriterium „Wirkung“ die höchste Punktzahl erzielen.

Generell – und innerhalb der Beschränkungen bestehender nationaler und europäischer Rechtsrahmen – sind die Ergebnisse als freie Lehr- und Lernmaterialien (OER) zugänglich zu machen und auf einschlägigen Plattformen der jeweiligen Berufs- oder Branchenverbände oder der zuständigen Behörden zur Verfügung zu stellen. Im Vorschlag wird erläutert, wie die erstellten Daten, Materialien, audiovisuellen Medien und Aktivitäten auf sozialen Medien durch freie Lizenzen ohne unverhältnismäßige Einschränkungen kostenlos zugänglich gemacht und beworben werden.

WELCHE REGELN BESTEHEN FÜR DIE FINANZIERUNG?

Diese Aktion folgt dem Modell einer Finanzierung durch Pauschalbeträge. Die Höhe des Zuschusses in Form eines einmaligen Pauschalbeitrags wird für jede Finanzhilfe auf der Grundlage des Kostenvoranschlags für die vom Antragsteller vorgeschlagene Aktion bestimmt. Die gewährende Behörde setzt den Pauschalbetrag für jede Finanzhilfe auf der Grundlage des Vorschlags, des Bewertungsergebnisses, der Fördersätze und des in der Aufforderung festgelegten Höchstbetrags der Finanzhilfe fest.

Die maximale EU-Finanzhilfe pro Projekt beläuft sich auf 150 000 EUR.

Wie wird der Pauschalbetrag für das Projekt bestimmt?

Die Antragsteller müssen eine im Antragsformular enthaltene Tabelle mit einer detaillierten Kostenaufstellung ausfüllen und dabei die folgenden Punkte berücksichtigen: 

  1. Die Kostenaufstellung sollte so detailliert wie nötig nach dem/den Begünstigten aufgeschlüsselt und in kohärente Arbeitspakete gegliedert werden (z. B. unterteilt in „Projektmanagement“, „Schulungen“, „Organisation von Veranstaltungen“, „Vorbereitung und Durchführung der Mobilitätsaktivität“, „Kommunikation und Verbreitung“, „Qualitätssicherung“ usw.).
  2. Der Vorschlag muss eine Beschreibung der von jedem Arbeitspaket erfassten Aktivitäten enthalten.
  3. Die Antragsteller müssen in ihrem Vorschlag eine Aufschlüsselung der veranschlagten Kosten vornehmen, aus der der jeweilige Anteil pro Arbeitspaket (und innerhalb jedes Arbeitspakets der den einzelnen Begünstigten und verbundenen Einrichtungen zugewiesene Anteil) ersichtlich ist.
  4. Die beschriebenen Kosten können Personalkosten, Reise- und Aufenthaltskosten, Kosten für Ausrüstung und Unteraufträge sowie sonstige Kosten (wie Verbreitung von Informationen, Veröffentlichung oder Übersetzung) umfassen.

Zur Bewertung der Vorschläge werden die einschlägigen Standardverfahren verwendet und interne und/oder externe Experten hinzugezogen. Die Experten bewerten die Qualität der Vorschläge auf der Grundlage der in der Aufforderung festgelegten Anforderungen sowie der erwarteten Wirkung, Qualität und Effizienz der Aktion.

Im Anschluss an die Bewertung des Vorschlags setzt der Anweisungsbefugte unter Berücksichtigung der Bewertungsergebnisse die Höhe des Pauschalbetrags fest. Die Höhe des Pauschalbetrags ist auf maximal 80 % des Kostenvoranschlags begrenzt, der sich aus der Bewertung ergibt.

Die Parameter der Finanzhilfe (Höchstbetrag, Fördersatz, förderfähige Gesamtkosten usw.) werden in der Finanzhilfevereinbarung festgelegt.

Der Projekterfolg wird anhand der erzielten Ergebnisse bewertet. Durch diese Förderform wäre es möglich, sich eher auf die zu erbringenden Leistungen als auf die einzusetzenden Ressourcen zu konzentrieren und somit die Qualität und den Grad der Verwirklichung messbarer Ziele in den Mittelpunkt zu stellen.

Weitere Einzelheiten sind in der Musterfinanzhilfevereinbarung aufgeführt, die über das Portal für Ausschreibungen und Finanzierungsmöglichkeiten der Kommission (Funding and Tender Opportunities Portal, FTOP) erhältlich ist.

  1.  Studie über die Situation der Jugendvertretung in der EU (EAC/47/2014).

  2. Entschließung 2018/C 456/01 des Rates, veröffentlicht im Dezember 2018: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:42018Y1218(01)&from=DE

  3. Siehe https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/IP_19_5542

  4. Mitte 2020 bis Ende 2021.

  5. https://ec.europa.eu/info/business-economy-euro/economic-and-fiscal-policy-coordination/eu-economic-governance-monitoring-prevention-correction/european-semester_de.

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