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Erasmus+

EU programme for education, training, youth and sport
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Der Inhalt des Programmleitfadens „Erasmus+ 2023“ wird auf dieser Website noch nicht abgebildet.

Sie können den vollständigen Leitfaden für 2023 aber als PDF-Datei in der Sprache Ihrer Wahl über „Download“ rechts auf dieser Seite herunterladen.

Zukunftsorientierte projekte

Zweck der Maßnahme

Nach der jüngsten Pandemie ist der Bedarf an Innovation in unseren Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie im Jugendbereich so groß wie nie zuvor. Innovation beim Lehren und Lernen ist von entscheidender Bedeutung, sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene. Diese innovativen Ansätze sollten nicht nur den heutigen und künftigen Arbeitnehmern die geeigneten Qualifikationen für die sich rasch verändernden Arbeitsmärkte vermitteln, sondern auch die Arbeitskräfte von heute und morgen mit Kreativität und Fähigkeiten ausstatten, um der zunehmenden Komplexität der gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen, mit denen wir alle konfrontiert sind, wie Klimawandel, Schutz der biologischen Vielfalt, saubere Energie, öffentliche Gesundheit, Digitalisierung und Automatisierung, künstliche Intelligenz, Robotik und Datenanalyse.

Ziel dieser Aktion ist es, Innovation, Kreativität und Teilhabe sowie soziales Unternehmertum in verschiedenen Bereichen der allgemeinen und beruflichen Bildung, sowohl innerhalb eines Sektors als auch sektor- und fachübergreifend, zu fördern.

Zukunftsorientierte Projekte sind groß angelegte Projekte, die darauf abzielen, innovative (politische) Ansätze zu ermitteln, zu entwickeln, zu erproben und/oder zu bewerten, die das Potenzial haben, sich durchzusetzen und so die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung zu verbessern. Sie werden zukunftsorientierte Ideen unterstützen, die auf die wichtigsten europäischen Prioritäten reagieren und das Potenzial haben, sich durchzusetzen und einen Beitrag zur Verbesserung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und des Jugendbereichs zu leisten sowie in Bezug auf Methoden und Verfahren einen erheblichen Innovationseffekt für alle Arten des Lernens und aktive Möglichkeiten der Teilhabe zugunsten des sozialen Zusammenhalts in Europa zu erzielen.

Ziel ist es, transnationale Kooperationsprojekte zu unterstützen, die ein kohärentes und umfassendes Bündel von sektorspezifischen oder sektorübergreifenden Aktivitäten umsetzen, die entweder:

  • die Innovation in Bezug auf Umfang, bahnbrechende Methoden und Praktiken fördern und/oder
  • einen Innovationstransfer (länder-, sektor- oder zielgruppenübergreifend) gewährleisten und so auf europäischer Ebene eine nachhaltige Nutzung innovativer Projektergebnisse und/oder die Übertragbarkeit auf andere Kontexte und Zielgruppen sicherstellen.

Die Partnerschaften sollten sich aus einer Mischung öffentlicher und privater Organisationen zusammensetzen, die Forscher, Praktiker und Partner mit der Fähigkeit, politische Entscheidungsträger zu erreichen, vereinen.

Zukunftsorientierte Projekte sollten daher von einer gemischten Partnerschaft von Organisationen durchgeführt werden:

  • die Spitzenleistungen vorweisen können und modernstes Wissen besitzen,
  • die die Fähigkeit zur Innovation haben,
  • die in der Lage sind, durch ihre Aktivitäten eine systemische Wirkung zu erzielen, und die das Potenzial haben, die politische Agenda im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung voranzutreiben.

Die unterstützten Projekte zielen auf systemische Auswirkungen auf europäischer Ebene ab, indem sie das Potenzial haben, die innovativen Ergebnisse in einem europäischen Maßstab umzusetzen, und/oder indem sie in der Lage sind, diese auf verschiedene thematische oder geografische Kontexte zu übertragen.

Los 1: Bereichsübergreifende Prioritäten

Projekte im Rahmen von Los 1 können verschiedene Bildungsbereiche betreffen oder als Brücke zwischen Bildungsbereiche dienen.

Vorschläge, die im Rahmen von Los 1 eingereicht werden, müssen die folgende Prioritäten berücksichtigen, die im Abschnitt „Einrichtung eines Projekts“ im Detail beschrieben sind:

  • Priorität 1: Förderung einer hochwertigen und integrativen digitalen Bildung im Einklang mit dem Aktionsplan für digitale Bildung
  • Priorität 2:  Unterstützung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung bei der Anpassung an den grünen Wandel

Los 2: Berufliche Aus- und Weiterbildung

Die Projekte unter Los 2 betreffen den Berufsbildungssektor.

Diese Projekte unterstützen die Umsetzung der Grundsätze und Ziele des Aktionsplans zur Europäischen Säule sozialer Rechte1 , der Europäischen Kompetenzagenda2 , der Empfehlung des Rates zur beruflichen Aus- und Weiterbildung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz3  und der Osnabrücker Erklärung zur beruflichen Bildung4  als Motor für den Wiederaufbau und den gerechten Übergang zu einer digitalen und ökologischen Wirtschaft.

Vorschläge, die im Rahmen von Los 2 eingereicht werden, müssen die folgende drei Prioritäten berücksichtigen, die im Abschnitt „Einrichtung eines Projekts“ im Detail beschrieben sind:

  • Priorität 3: Unterstützung des Kompetenzpakts;
  • Priorität 4: Strukturen und Mechanismen für angewandte Forschung in der Berufsbildung;
  • Priorität 5: Grüne Kompetenzen im Berufsbildungssektor.

Los 3: Erwachsenenbildung

Diese Projekte unterstützen die Umsetzung der Grundsätze und Ziele des Aktionsplans zur Europäischen Säule sozialer Rechte5 , der Europäischen Kompetenzagenda6  und der Empfehlung des Rates für Weiterbildungspfade7 : Neue Chancen für Erwachsene.

Die Projekte unter Los 3 betreffen den Sektor der Erwachsenenbildung. Vorschläge, die im Rahmen von Los 3 eingereicht werden, müssen die folgende Priorität 6 berücksichtigen, die im Abschnitt „Einrichtung eines Projekts“ im Detail beschrieben ist:

  • Priorität 6: Weiterbildungspfade: Neue Chancen für Erwachsene

Ziele der aktion

Allgemeine Ziele:

  • Innovative Initiativen mit starken Auswirkungen auf die Reformen der allgemeinen und beruflichen Bildung in bestimmten strategischen Politikbereichen;
  • Beitrag zur Stärkung der Innovationskapazität Europas durch Förderung der Innovation in der allgemeinen und beruflichen Bildung;
  • Schaffung eines Systemwandels durch Förderung von Innovationen auf praktischer und politischer Ebene;
  • Unterstützung zukunftsorientierter Ideen, die sich auf Schlüsselthemen und -prioritäten auf EU-Ebene konzentrieren und eindeutig das Potenzial haben, in einem oder mehreren Sektoren eingesetzt zu werden;
  • Als vollständig innovative, bahnbrechende Bildungsmethoden und -praktiken und/oder Innovationstransfer: Gewährleistung einer nachhaltigen Nutzung innovativer Projektergebnisse auf EU-Ebene und/oder ihrer Übertragbarkeit auf andere Kontexte und Zielgruppen.

Zu den spezifischen Zielen zählen:

  • Identifizierung, Entwicklung, Erprobung und/oder Bewertung innovativer Ansätze, die das Potenzial haben, in mehreren Bereichen zur Verbesserung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und zur Steigerung der Wirksamkeit von Strategien und Verfahren im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung eingesetzt zu werden; 
  • Einleitung von Pilotaktionen zur Erprobung von Lösungen für aktuelle und künftige Herausforderungen, um eine nachhaltige und systemische Wirkung anzustoßen;
  • Unterstützung der transnationalen Zusammenarbeit und des gegenseitigen Lernens in Bezug auf zukunftsweisende Themen unter den wichtigsten Akteuren und Befähigung dieser Akteure zur Entwicklung innovativer Lösungen und zur Förderung der Übertragung dieser Lösungen in neue Umgebungen, einschließlich des Aufbaus von Kapazitäten bei den relevanten Akteuren.

Aktivitäten im Rahmen von zukunftsorientierten Projekten sollten zu Folgendem beitragen:

  • Steigerung der Qualität, Effizienz und Gleichheit der Aus- und Weiterbildungssysteme
  • Verbesserung der Wirksamkeit der Maßnahmen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Unterstützung der Umsetzung von EU-Rahmenwerken und Rechtsinitiativen sowie von länderspezifischen Empfehlungen aus dem Europäischen Semester
  • Verbesserte Erkenntnisse und ein besseres Verständnis der Zielgruppe(n), der Lern- und Lehrsituationen sowie der wirksamen Methoden und Instrumente, die Innovationen auf Systemebene anregen und fördern können
  • Aufbau von Wissen zur Unterstützung einer evidenzbasierten Politik
  • Auslösen von Verhaltensänderungen auf EU-Ebene.

Zu den wichtigsten Aktivitäten im Rahmen dieser Prioritäten könnten die Folgenden gehören (nicht erschöpfende Liste): 

  • Aktionsforschung, Kartierungsarbeiten, Erstellung umfangreicher sektoraler oder sektorübergreifender Ergebnisse
  • Transnationale Maßnahmen zum Aufbau von Kapazitäten, z. B. Ausbildung, Analyse des politischen Umfelds, politische Forschung, institutionelle Anpassungen
  • Pilotaktivitäten zur Erprobung innovativer Lösungen
  • Groß angelegte transnationale Veranstaltungen oder Vernetzungsaktivitäten, entweder sektorbezogen oder sektorübergreifend
  • Verwertungsaktivitäten zur Verbreitung der Ergebnisse in der Bildungsgemeinschaft oder im Bildungssektor
  • Think-Tank-Aktivitäten, Erforschung und Experimentieren mit innovativen Ideen.

Zukunftsorientierte Projekte müssen, soweit dies relevant ist, EU-weite Instrumente und Werkzeuge anwenden.

Die Projekte sollten die Ausarbeitung eines langfristigen Aktionsplans (über die Laufzeit des von Erasmus+ finanzierten Projekts hinaus) für die schrittweise Übernahme und Einbeziehung der entwickelten Innovationen in die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Einrichtungen umfassen. Sie sollten auch für eine angemessene Sichtbarkeit und weite Verbreitung der Arbeit sorgen, auch auf politischer Ebene der EU und der Mitgliedstaaten.

Zukunftsorientierte Projekte können auch angeben, wie Finanzierungsmöglichkeiten der EU (z. B. Europäische Strukturfonds, Europäischer Fonds für strategische Investitionen, Aufbau- und Resilienzfazilität, Fonds für einen gerechten Übergang) sowie nationale und regionale (ebenso wie private) Finanzierungen die Umsetzung des Projekts unterstützen können. Hierbei sind auch nationale und regionale Strategien zur intelligenten Spezialisierung und Entwicklungen der industriellen Ökosysteme in Europa zu berücksichtigen.

Welche kriterien müssen für die beantragung von zukunftsorientierten projekten erfüllt sein?

Förderkriterien

Um für eine Erasmus+-Finanzhilfe in Betracht zu kommen, müssen Projektvorschläge für zukunftsorientierte Projekte die folgenden Kriterien erfüllen:

Wer ist antragsberechtigt?

Jeder vollwertige Partner, der in einem EU-Mitgliedstaat oder in einem mit dem Programm assoziierten Drittland ansässig ist. Die betreffende Organisation stellt den Antrag im Namen aller am Projekt beteiligten Organisationen.

Welche Arten von Organisationen können an dem Projekt teilnehmen?

  • Die folgenden Organisationen können als vollwertiger Partner, verbundene Einrichtung oder assoziierter Partner beteiligt sein: Öffentliche oder private Organisationen, die im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung tätig sind, die eine wichtige Triebkraft für Innovationen darstellen und die in einem EU-Mitgliedstaat oder in einem mit dem Programm assoziierten Drittland ansässig sind (siehe Abschnitt „Förderfähige Länder“ in Teil A dieses Leitfadens).

Für Los 1 und Los 2: Dies können beispielsweise sein (Liste nicht erschöpfend):

  • Organisationen der allgemeinen und beruflichen Bildung (z. B. Bildungs- und Ausbildungsanbieter wie Schulen, Hochschuleinrichtungen, Anbieter von beruflicher Bildung und Erwachsenenbildung, Verbände, NRO)
  • Öffentliche oder private Unternehmen, die Schulungen für ihre Mitarbeiter oder Partner in der Wertschöpfungs-/Lieferkette anbieten
  • Triebkräfte für Innovation und territoriale Entwicklung (z. B. Öko-Innovationslabors, Forschungszentren, Innovationsagenturen, regionale Entwicklungsbehörden, KMU, Großunternehmen)
  • Politische Entscheidungsträger und Behörden auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene (z. B. Innovations-, Bildungs-, Arbeits- und Wirtschaftsministerien, öffentliche und private Arbeitsverwaltungen, Qualifikationsbehörden usw.)
  • Organisationen, die sektorübergreifende Aktivitäten durchführen, und andere Arbeitsmarktakteure (z. B. Sozialpartner, Branchenverbände, Industrie-/Handels-/Handwerkskammern und andere zwischengeschaltete Stellen, Handelsorganisationen, zivilgesellschaftliche, Sport- und Kulturorganisationen, Lehrer- und Ausbilderverbände, Jugend- und Elternverbände, Arbeitsmarktakteure)
  • Öffentliche oder private Einrichtungen, die für die Organisation und/oder Finanzierung und/oder Bereitstellung von Bildungsdienstleistungen für Erwachsene (z. B. Bewertung von Fähigkeiten, Validierung von Kompetenzen, Bildung und Ausbildung, Orientierung und Beratung) zuständig sind oder ein gewisses Maß an Verantwortung dafür tragen (oder Einfluss darauf haben)
  • Nationale, internationale, regionale und sektorale Organisationen für Kompetenzwettbewerbe.

In einem EU-Mitgliedstaat oder mit dem Programm assoziierten Drittland ansässige Hochschuleinrichtungen müssen über eine Erasmus-Charta für die Hochschulbildung (ECHE) verfügen.

Anzahl und Profil der teilnehmenden Organisationen

Für alle Lose:

  • Die Partnerschaft muss mindestens drei vollwertige Partner in mindestens drei EU-Mitgliedstaaten und mit dem Programm assoziierten Drittländern (davon mindestens zwei EU-Mitgliedstaaten) umfassen.

Für Los 2:

  • In mindestens drei der teilnehmenden Länder müssen die Partnerschaften sowohl Arbeitgeber (oder deren Vertreter) als auch Organisationen der allgemeinen und beruflichen Bildung (oder deren Vertreter) umfassen.

Für Los 3:

  • Für mindestens drei der teilnehmenden Ländern muss die Partnerschaft öffentliche oder private Einrichtungen als volle oder assoziierte Partner umfassen, die für die Organisation und/oder Finanzierung und/oder Bereitstellung von Bildungsdienstleistungen für Erwachsene (z. B. Bewertung von Fähigkeiten, Validierung von Kompetenzen, Bildung und Ausbildung, Orientierung und Beratung) zuständig sind oder ein hohes Maß an Verantwortung dafür tragen (oder Einfluss darauf haben).

Ort der Aktivitäten

Alle Aktivitäten müssen in EU-Mitgliedstaaten oder mit dem Programm assoziierten Drittländern stattfinden.

Projektdauer

Für Los 1 - Bereichsübergreifende Prioritäten, beträgt die Dauer des Projekts:

  • 24 bis 48 Monate;

Für Los 2 und Los 3 beträgt die Dauer des Projekts:

  • 24 Monate

Die Dauer muss bei der Antragstellung je nach Projektziel, der Art der im betreffenden Zeitraum geplanten Aktivitäten, dem Budget und den Ambitionen des Projekts gewählt werden.

Projektbeginn

Die Projekte beginnen am 1. November 2022, 1. Dezember 2022 oder 1. Januar 2023

Wo ist der Antrag zu stellen?

Bei der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA).

Kennnummer der Aufforderung Los 1: ERASMUS-EDU-2022-PI-FORWARD-LOT1

Kennnummer der Aufforderung Los 2: ERASMUS-EDU-2022-PI-FORWARD-LOT2

Kennnummer der Aufforderung Los 3: ERASMUS-EDU-2022-PI-FORWARD-LOT3

Wann ist der Antrag zu stellen?

Antragsteller müssen ihren Antrag bis zum 15. März um 17.00 Uhr (Brüsseler Zeit) einreichen.

Antragstellende Organisationen werden anhand der relevanten Ausschluss- und Auswahlkriterien bewertet. Weitere Informationen sind Teil C dieses Leitfadens zu entnehmen.

Einrichtung eines projekts

Zukunftsorientierte Projekte sollten immer die folgenden übergreifenden politischen Zusammenhänge im Auge behalten:

  1. den Aktionsplan zur europäischen Säule sozialer Rechte
  2. den Grünen Deal der Europäischen Kommission8 , die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen9 und das Übereinkommen von Paris über den Klimawandel10 ;
  3. die Europäische Kompetenzagenda11  - insbesondere Maßnahme 1 Pakt für Kompetenzen, Maßnahme 6 Kompetenzen zur Unterstützung des ökologischen und des digitalen Wandels und Maßnahme 8 Kompetenzen für das Leben.
  4. Empfehlung des Rates zur beruflichen Aus- und Weiterbildung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz12
  5. die Empfehlung des Rates für Weiterbildungspfade: Neue Chancen für Erwachsene13 .
  6. den digitalen Wandel in unseren Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie im Jugendbereich, wie im Aktionsplan für digitale Bildung 2021-202714 der Kommission vorgesehen;

Los 1: Bereichsübergreifende Prioritäten

Vorschläge, die im Rahmen von Los 1 eingereicht werden, müssen zwei der folgenden Prioritäten berücksichtigen:

Priorität 1:  Förderung einer hochwertigen und integrativen digitalen Bildung im Einklang mit dem Aktionsplan für digitale Bildung

Die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung durchlaufen derzeit einen tiefgreifenden digitalen Wandel, der durch Fortschritte bei der Konnektivität vorangetrieben wird; die weit verbreitete Nutzung von Geräten und digitalen Anwendungen; das Bedürfnis nach individueller Flexibilität, die breitere Verfügbarkeit von und der Bedarf an hochwertigen digitalen Bildungsinhalten sowie die ständig steigende Nachfrage nach digitalen Kompetenzen. Die COVID-19-Pandemie hat das Bildungswesen hart getroffen, aber auch den Wandel beschleunigt und zu zahlreichen neuen Lernerfahrungen und -perspektiven geführt. Der Aktionsplan für digitale Bildung 2021-2027 legt die EU-Politik in Bezug auf den digitalen Wandel in der allgemeinen und beruflichen Bildung für den nächsten Programmplanungszeitraum fest. Der Aktionsplan für digitale Bildung hat zwei strategische Prioritäten:

  • Förderung der Entwicklung eines leistungsfähigen digitalen Bildungsökosystems (1)
  • Verbesserung der digitalen Kompetenzen für den digitalen Wandel (2)

Es besteht die Notwendigkeit, alle Lernenden mit digitalen Kompetenzen (Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen) auszustatten, damit sie in einer zunehmend durch digitale Technologien bestimmten Welt leben, arbeiten, lernen und sich entfalten können. Digitale Technologien können die Agenda einer hochwertigen und inklusiven allgemeinen und beruflichen Bildung für alle Lernenden in vollem Umfang unterstützen – wenn sie von den Akteuren im Bildungswesen kompetent und wirksam eingesetzt werden. Technologie kann ein wirkungsvolles Instrument für kollaboratives und kreatives Lernen sein. Sie kann Lernenden und Lehrkräften dabei helfen, auf digitale Inhalte zuzugreifen, sie zu erstellen und zu teilen. Eine effiziente Planung und Entwicklung digitaler Kapazitäten ist für die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung entscheidend. Dies erfordert die Entwicklung, laufende Überprüfung und Aktualisierung digitaler Strategien zur Bekämpfung von technologischen Schwächen in der Infrastruktur, Geräte sowie den Aufbau einschlägiger organisatorischer Fähigkeiten im Bildungswesen, einschließlich der Fähigkeit, hybride Lern- und Unterrichtsmethoden (Fern- und Präsenzunterricht) anzubieten. In diesem Zusammenhang wird es auch wichtig, unser Wissen und Verständnis für neu entstehende Technologien wie die künstliche Intelligenz (KI) und ihren ethisch vertretbaren Einsatz in der Bildung zu verbessern. Kapazitäten sollten entwickelt werden, um die Zugänglichkeit von Unterstützungstechnologie und verfügbaren digitalen Inhalten zu gewährleisten und allgemein das Problem der ungleichen Zugänglichkeit, z. B. aufgrund von sozioökonomischen oder Stadt-Land-Unterschieden, in Angriff zu nehmen. Für ein hochwertiges und inklusives digitales Bildungsökosystem sind digitale Bildungsinhalte, benutzerfreundliche Tools, Mehrwertdienste und sichere Plattformen, die die Privatsphäre und ethische Standards wahren, von entscheidender Bedeutung.

Zusätzlich zu den beiden oben genannten strategischen Prioritäten zielt der Aktionsplan für digitale Bildung darauf ab, eine effektivere Zusammenarbeit im Bereich der digitalen Aus- und Weiterbildung auf EU-Ebene durch die Einrichtung einer europäischen Plattform für digitale Bildung zu unterstützen. Die Plattform wird die sektorübergreifende Zusammenarbeit fördern, es ermöglichen, bewährte Verfahren zu ermitteln und auszutauschen sowie die Mitgliedstaaten und den Bildungs- und Ausbildungssektor mit Instrumenten, Rahmenwerken, Leitlinien, technischem Fachwissen und Forschungsergebnissen im Bereich der digitalen Bildung unterstützen. Die Plattform sollte nationale und regionale Initiativen und Akteure im Bereich der digitalen Bildung miteinander verbinden und neue Modelle für den Austausch digitaler Bildungsinhalte unterstützen, wobei Fragen wie gemeinsame Standards, Interoperabilität, Zugänglichkeit und Qualitätssicherung angegangen werden. Die Plattform sollte daher auch in den nachstehend genannten Bereichen berücksichtigt werden.

Zukunftsorientierte Projekte befassen sich speziell mit mindestens einem der drei folgenden Bereiche unter Priorität 1:

A) Zentrale Erfolgsfaktoren für eine integrative und qualitativ hochwertige digitale Aus- und Weiterbildung.

Im Rahmen der Projekte

  • werden Faktoren und Hindernissen identifiziert und/oder bewertet, die effektive und leistungsfähige digitale Bildungs- und Ausbildungsökosysteme ermöglichen. Diese begünstigenden Faktoren und Hindernisse können auf systemischer (nationaler/regionaler/lokaler Ebene) oder auf organisatorischer Ebene angegangen werden;
  • wird das Zusammenspiel zwischen diesen Faktoren/Hindernissen geprüft und Empfehlungen formuliert, die auf organisatorischer und systemischer Ebene verbreitet und genutzt werden können;

Anmerkung: Es wird erwartet, dass Faktoren wie die Struktur und Organisation der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung, nationale Lehrplankonzepte, die nationale Bewertung von Bildungsleistungen, Strategien für die Ausbildung von Lehrern und Ausbildern sowie die Infrastruktur und Vernetzung, aber auch die Möglichkeit anderer versteckter Faktoren, untersucht werden.

B) Künstliche Intelligenz in der Bildung

Im Rahmen der Projekte

  • werden Anwendungsfällen für künstliche Intelligenz in der allgemeinen und beruflichen Bildung unter Berücksichtigung ihrer Auswirkungen auf Daten, Datenschutz, Fragen der Ethik und EU-Werte bestimmt, entwickelt und im Rahmen von Pilotprojekten getestet;
  • werden Empfehlungen, Toolkits und Umsetzungsleitlinien zur Rolle und zum Einsatz von künstlicher Intelligenz in der allgemeinen und beruflichen Bildung erarbeitet, die auf organisatorischer und systemischer Ebene verbreitet und genutzt werden können.

C) Hochwertige digitale Bildungsinhalte

Im Rahmen der Projekte

  • werden Anwendungsfälle für die Entwicklung und Übernahme hochwertiger digitaler Bildungsinhalte (unter Berücksichtigung der Notwendigkeit einer hochwertigen Unterrichtsgestaltung, Zugänglichkeit, Anerkennung und Mehrsprachigkeit sowie der Notwendigkeit der Interoperabilität, Zertifizierung, Überprüfung und Übertragbarkeit digitaler Bildungsinhalte) bestimmt, entwickelt und im Rahmen von Pilotprojekten getestet;
  • werden Empfehlungen, Toolkits und Umsetzungsleitlinien für die Entwicklung und Übernahme hochwertiger digitaler Bildungsinhalte erarbeitet, die auf organisatorischer und systemischer Ebene verbreitet und genutzt werden können.

Priorität 2:  Unterstützung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung bei der Anpassung an den grünen Wandel

Der europäische Grüne Deal unterstreicht die Bedeutung der Mobilisierung des Bildungs- und Ausbildungssektors zur Unterstützung des Übergangs zu einem grüneren und nachhaltigeren Europa. Es besteht die Notwendigkeit, kollektives und individuelles Handeln durch die Entwicklung von Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen in Bezug auf Nachhaltigkeit zu unterstützen und die Lernenden zu befähigen, Akteure des Wandels zu werden. Die Systeme und Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung können Katalysatoren für diesen Wandel sein.

Eine der sechs Dimensionen des Europäischen Bildungsraums15  und die sechste Leitaktion der Europäischen Kompetenzagenda16  konzentrieren sich speziell auf die Unterstützung des grünen Wandels. Darüber hinaus zielt die von der Europäischen Kommission am 10. Dezember 2020 ins Leben gerufene Koalition „Bildung für das Klima“ darauf ab, Fachwissen zu mobilisieren, Ressourcen für die Vernetzung bereitzustellen und kreative Ansätze für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu unterstützen, die Lehrkräfte, Schüler und Studierende einbeziehen. Ziel der Koalition ist es, Bottom-up-Initiativen mit Maßnahmen auf EU-Ebene zu verknüpfen und Zusagen und konkrete Maßnahmen zur Änderung des Nachhaltigkeitsverhaltens in der gesamten EU zu unterstützen.

Darüber hinaus wird die Kommission voraussichtlich Ende 2021 einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zu Bildung im Hinblick auf ökologische Nachhaltigkeit ausarbeiten. Ziel ist es, die Mitgliedstaaten bei der Verankerung der Nachhaltigkeit in den Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung zu unterstützen und die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene zum Thema Lernen für Nachhaltigkeit zu fördern. Die Kommission entwickelt ferner einen europäischen Kompetenzrahmen, der dazu beitragen soll, Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen im Bereich der Nachhaltigkeit zu entwickeln und zu bewerten.

All diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Menschen dabei zu helfen, sich das Wissen, die Fähigkeiten, die Werte und die Einstellungen anzueignen, die sie brauchen, um in einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Wirtschaft und Gesellschaft zu leben und diese zu entwickeln und zu unterstützen.

Zukunftsorientierte Projekte befassen sich mit mindestens einem der drei folgenden Bereiche unter Priorität 2:

A) Förderung von Nachhaltigkeitskonzepten für die gesamte Einrichtung

Die Projekte werden sich auf folgende Themen konzentrieren:

  • Entwurf, Umsetzung und Überwachung von Nachhaltigkeitsplänen für die gesamte Einrichtung, auch durch den Einsatz von Selbstbewertungsinstrumenten; 
  • Unterstützung von Führungskräften im Bildungsbereich (z. B. durch berufliche Weiterbildung, Mentoring-Programme, Netzwerkinitiativen), um Nachhaltigkeit in alle Aspekte der Tätigkeit der Einrichtungen einzubinden;
  • Unterstützung der Beteiligung von Studierenden und Mitarbeitern an Nachhaltigkeitsinitiativen, z. B. durch Nachhaltigkeits-Champions/Botschafter, Aufbau von Verbindungen zu lokalen Gemeindegruppen und anderen Partnern außerhalb der Bildungseinrichtung;
  • Gestaltung, Umsetzung und Überwachung von Konzepten für einen nachhaltigen Betrieb auf dem Schul-/Campusgelände, z. B. in Bezug auf den Energie- und Wasserverbrauch; Mobilität und Verkehr; Ökologisierung der Lehr- und Lernumgebung und der Infrastruktur.

B) Entwicklung der Fähigkeiten und Kompetenzen von Lernenden und Lehrenden im Bereich der Nachhaltigkeit

Die Projekte werden sich auf folgende Themen konzentrieren:

  • Gestaltung, Umsetzung und Überwachung innovativer Lehr- und Ausbildungskonzepte im Bereich der Nachhaltigkeit, die auch den wirksamen Einsatz digitaler Technologien zur Unterstützung des Lernens für Nachhaltigkeit umfassen könnten;
  • Aufbau der Kapazitäten von Pädagogen (Lehrkräften, Ausbildern und dem gesamten Bildungspersonal) zur Integration der Nachhaltigkeit durch berufliche Weiterbildung, einschließlich der Unterstützung von Pädagogen bei innovativen Lehrmethoden und der Überbrückung von Fächern in verschiedenen Disziplinen;
  • Verknüpfung verschiedener Bildungsbereiche zur Entwicklung von Nachhaltigkeitskompetenzen, einschließlich formaler und nicht-formaler Bildung; 
  • Sensibilisierungsmaßnahmen, einschließlich Maßnahmen zur Bekämpfung von Desinformation (z. B. in Bezug auf Greenwashing) und zur Förderung des kritischen Denkens, z. B. durch praktisches Lernen in „Makerspaces“ und/oder „MINKT“-Lernansätze;

C) Befähigung der Bürger zum Handeln in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimawandel, auch im Rahmen der neuen Koalition „Bildung für das Klima“

Die Projekte werden sich auf folgende Themen konzentrieren:

  • Erarbeitung konkreter und replizierbarer „Klimaaktionspläne“ auf lokaler Ebene unter Einbeziehung von Lernenden, Lehrkräften, Ausbildern, Bildungsleitern, lokalen Unternehmen, Museen, Kunst- und Wissenschaftseinrichtungen und Sportzentren;
  • Gestaltung von projektbasiertem, erfahrungsorientiertem Lernen unter der Leitung von Schulen in Zusammenarbeit mit Eltern, lokalen Unternehmen und der breiteren Öffentlichkeit, z. B.: Förderung einer gesunden Ernährung; Förderung von Schulen als umweltfreundliche, nachhaltige und interaktive Gebäude im Einklang mit den Prioritäten des Neuen Europäischen Bauhauses; Förderung der wechselseitigen Ergänzung von grünen Schulen als physischen Strukturen und allen anderen Elementen eines Lernumfelds wie innovative Pädagogik, projektbasiertes Lernen und fächerübergreifende Lehrerteams;
  • Unterstützung innovativer Partnerschaften zwischen formalen Bildungseinrichtungen (z. B. Schulen, Hochschulen usw.) und nicht-formalen Akteuren (z. B. NRO, Umweltzentren, Bibliotheken, Museen usw.).

Die Anträge können auf einen oder mehrere Bildungsbereiche abzielen, von der frühkindlichen Bildung und Betreuung bis hin zur Erwachsenenbildung sowie zur formalen, nichtformalen und informellen Bildung. Anträge, die mehr als einen Bereich innerhalb einer Priorität betreffen, erhalten bei der Bewertung keine zusätzlichen Punkte.

Los 2: Berufliche Aus- und Weiterbildung

Vorschläge, die im Rahmen von Los 2 eingereicht werden, müssen eine der folgenden Prioritäten berücksichtigen: 

Priorität 3: Unterstützung des Pakts für Kompetenzen

Der Pakt für Kompetenzen ist die erste Leitaktion der Europäischen Kompetenzagenda 2020. Es handelt sich dabei um ein neues Modell für die Bewältigung von Herausforderungen im Zusammenhang mit Kompetenzen und die Umsetzung des Aufbauprogramms, der EU-Industriestrategie und des grünen und digitalen Wandels. Der Pakt mobilisiert und schafft Anreize für alle relevanten Akteure, konkrete Maßnahmen zur Weiterbildung und Umschulung von Menschen im erwerbsfähigen Alter zu ergreifen, insbesondere durch die Bündelung der Anstrengungen in umfassenden Partnerschaften. Der Pakt ist fest in den Grundsätzen der europäischen Säule sozialer Rechte verankert und unterstützt die Ziele des europäischen Grünen Deals und des digitalen Wandels, wie sie in der Mitteilung der Kommission „Ein starkes soziales Europa für einen gerechten Übergang“ dargelegt sind17 .

Der Pakt zielt unter anderem darauf ab, Großunternehmen zu mobilisieren und Anreize zu schaffen, um in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen (im Rahmen von Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen) zu unterstützen.

Ziel dieser Prioritätsachse ist es, Instrumente oder Strukturen zu ermitteln, zu erproben, zu entwickeln oder zu bewerten, die auf die Vermittlung und den Aufbau von Kooperationen zwischen Großunternehmen und Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KMU) entlang einer Wertschöpfungskette im selben industriellen Ökosystem ausgerichtet sind18 , wobei auch andere für die Aus- und Weiterbildung relevante Akteure einbezogen werden. Das Ziel dieser Zusammenarbeit muss die Weiterbildung und Umschulung von Menschen im erwerbsfähigen Alter in einer bestimmten Wertschöpfungskette oder einem industriellen Ökosystem sein. Die Projekte könnten auch dazu dienen, den Grundstein für groß angelegte Kompetenzpartnerschaften in industriellen Ökosystemen zu legen.

Die Instrumente oder Strukturen sollten das Potenzial haben, durchgängig eingesetzt zu werden und einen Beitrag zur Verbesserung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und anderer Möglichkeiten zur Antizipation, Entwicklung und Validierung von Kompetenzen zu leisten. Das Projekt sollte relevante Interessenträger einbeziehen, z. B. Berufsbildungsanbieter, Hochschuleinrichtungen, öffentliche und private Arbeitsverwaltungen, innovative Zentren, Sozialpartner, Unternehmen und Behörden.

Die Kooperationsinstrumente oder -strukturen sollten die Qualität, die Effizienz und die Gerechtigkeit der Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten für Menschen im erwerbsfähigen Alter verbessern und sie an die sich verändernden Aufgaben in Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen anpassen.

Die Instrumente oder Strukturen könnten die Zusammenarbeit mit Behörden (z. B. auf regionaler oder nationaler Ebene), Berufsbildungsanbietern, Sozialpartnern und anderen Akteuren umfassen, um die Nachhaltigkeit der Lösungen zu verbessern und die Auswirkungen auf die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung zu berücksichtigen.

Priorität 4: Strukturen und Mechanismen für angewandte Forschung in der Berufsbildung

Angewandte Forschung wird in der Regel definiert als19  schöpferische Forschungstätigkeit, die durchgeführt wird, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Sie ist in erster Linie auf ein spezifisches praktisches Ziel oder einen spezifischen praktischen Zweck ausgerichtet. Die Ergebnisse der angewandten Forschung sollen in erster Linie für mögliche Anwendungen auf Produkte, Verfahren, Methoden oder Systeme gelten. Die angewandte Forschung gibt Ideen eine konkrete Form. Sie ist sehr eng mit dem Konzept der „experimentellen Entwicklung“ verbunden, das als systematische Arbeit definiert ist, die auf der Grundlage von Erkenntnissen aus der Forschung und praktischen Erfahrungen zusätzliches Wissen schafft, das auf die Herstellung neuer Produkte oder Verfahren oder auf die Verbesserung bestehender Produkte oder Verfahren gerichtet ist.

Bei der angewandten Forschung liegt der Schwerpunkt auf der Lösung von realen Problemen der Industrie. Ein charakteristisches Merkmal der angewandten Forschung in der Berufsbildung ist das Potenzial des Sektors, Forschung und Innovation miteinander zu verbinden, mit dem doppelten Ziel, die Probleme der Industrie zu verstehen und Veränderungen am Arbeitsplatz herbeizuführen. Die für die Schaffung und Verbreitung von Wissen erforderlichen Fähigkeiten überschneiden sich. In beiden Fällen sind Untersuchung, reflektierte Praxis, Kommunikation und Zusammenarbeit gefragt.

Ein weiteres Merkmal der angewandten Berufsbildungsforschung ist die enge Verbindung zwischen Forschung und Bemühungen zur Verbesserung der Berufsbildungspädagogik. Diese Bemühungen können zu innovativem Denken, neuen Lehrmethoden und Ausbildungsprodukten und letztlich zu kreativeren Absolventen führen20 .

In der Empfehlung des Rates zur beruflichen Aus- und Weiterbildung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz wird die Einrichtung von Zentren der beruflichen Exzellenz gefordert „... als Katalysatoren für Investitionen lokaler Unternehmen, indem sie den Wiederaufbau, den ökologischen und digitalen Wandel, europäische und regionale Strategien für Innovation und für intelligente Spezialisierung und die Entwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung, einschließlich auf den höheren Qualifikationsniveaus (EQR-Stufen 5-8) entsprechend dem nationalen Kontext unterstützen, und sie bieten innovative Dienste wie Cluster und Gründerzentren für Start-ups und technologische Innovation für KMU sowie innovative Umschulungslösungen ...“;

Zu den wichtigsten Aktivitäten der Exzellenzzentren für die berufliche Aus- und Weiterbildung gehören:

  • Zusammenarbeit mit lokalen KMU über Innovationszentren, Technologieverbreitungszentren, Prototyp- und angewandte Forschungsprojekte, unter Einbeziehung von Lernenden und Personal in der Berufsbildung;
  • Beitrag zur Schaffung und Verbreitung neuen Wissens in Partnerschaft mit anderen Akteuren, z. B. durch offene Innovation, gemeinsame Forschung und Entwicklung (FuE) mit Universitäten, Unternehmen und anderen Forschungsinstituten usw.

In der Osnabrücker Erklärung zur beruflichen Bildung als Motor für den Wiederaufbau und den gerechten Übergang zu einer digitalen und ökologischen Wirtschaft21  wird Folgendes gefordert: „Entwicklung und Stärkung von Exzellenzzentren für die berufliche Aus- und Weiterbildung im Sinne von Innovationszentren und Qualifizierungsumgebungen mit Lern-, Ausbildungs- und Forschungsaktivitäten“.

In vielen Ländern hat die angewandte Forschung dazu geführt, dass Innovationen in Unternehmen, insbesondere in Kleinst- und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), sowie die kontinuierliche Verbesserung und Innovation in der Berufsbildungspraxis gefördert wurden. Indem sie sich aktiv an der angewandten Forschung mit lokalen Unternehmen beteiligen, werden Berufsbildungsanbieter zu Mitgestaltern lokaler Innovations-Ökosysteme. Sie leisten einen Beitrag zur Entwicklung neuer und verbesserter Produkte, Dienstleistungen und Verfahren, aber auch durch das Angebot an qualifizierten, innovativen und unternehmerisch denkenden Absolventen der beruflichen Bildung.

Im Rahmen der Projekte

  • werden Strukturen und Mechanismen für die angewandte Forschung in der Berufsbildung bestimmt, bewertet, getestet und entwickelt, um ihr Engagement in FuE- und Innovationssystemen zu erweitern;
  • werden Kapazitäten in den Berufsbildungssystemen aufgebaut unter enger Einbeziehung von Lehrkräften und Ausbildern sowie von Lernenden in der Berufsbildung, um angewandte Forschung zu betreiben und Innovationsprojekte gemeinsam mit anderen Organisationen, insbesondere KMU, zu verwalten;
  • Auf der Grundlage seiner Erfahrungen und Ergebnisse wird das Projekt einen (operativen und finanziellen) Bezugsrahmen vorschlagen, der darauf abzielt, die angewandte Forschung und die experimentelle Entwicklung in das Berufsbildungsangebot einzubeziehen und dabei sowohl private als auch öffentliche (nationale und EU-) Finanzierungsinstrumente zu nutzen.

Die Ergebnisse dieser Projekte sollten das Potenzial haben, durchgängig genutzt zu werden, und zur Modernisierung der Berufsbildungssysteme und ihrem Engagement in der angewandten Forschung und experimentellen Entwicklung beitragen, während sie den Lernenden Möglichkeiten für herausforderndes/projektbezogenes Lernen bieten.

Priorität 5: Grüne Kompetenzen im Berufsbildungssektor

Der europäische Grüne Deal ist Europas neue Wachstumsstrategie, die auf eine Umgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft abzielt und diese auf einen nachhaltigeren Weg bringen soll. Wie in Aktion 6 der Europäischen Kompetenzagenda vorgesehen, wird die Kommission den Erwerb von Kompetenzen für den ökologischen Wandel fördern.

Ein gerechter und erfolgreicher ökologischer Wandel erfordert Investitionen in die Kompetenzen der Menschen, um die Zahl der Fachkräfte zu erhöhen, i) die grüne – und digitale – Technologien entwickeln und beherrschen, ii) grüne Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle erarbeiten, iii) innovative, naturbasierte Lösungen finden und iv) dazu beitragen können, den ökologischen Fußabdruck von Wirtschaftstätigkeiten zu verringern. Außerdem müssen die Arbeitskräfte umgeschult und weitergebildet werden, um den Übergang in den Arbeitsmarkt und die Mobilität zu begleiten. Dies ist notwendig, da die Schaffung und der Abbau von Arbeitsplätzen nicht notwendigerweise in denselben Sektoren stattfinden und sich die Aufgabenprofile und Qualifikationsanforderungen in der gesamten Wirtschaft grundlegend ändern werden. Außerdem wird Europa die Klimaneutralität, eine ressourceneffiziente Gesellschaft und eine kreislauforientierte Wirtschaft nur verwirklichen können, wenn eine wohl informierte Bevölkerung und gut ausgebildete Arbeitskräfte entsprechend umweltbewusst denken und handeln.

Berufsbildungseinrichtungen sind gut aufgestellt, um die für einen erfolgreichen grünen Übergang erforderlichen Kompetenzen zu vermitteln, sowohl durch Erstausbildungsprogramme als auch durch Weiterbildungsprogramme. Die Empfehlung des Rates zur beruflichen Aus- und Weiterbildung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz zielt ebenfalls darauf ab, die berufliche Bildung zu einem Motor für Innovation und Wachstum zu machen und sie stattet die Menschen mit Kompetenzen für den ökologischen und digitalen Wandel sowie auf stark nachgefragte Berufe aus. Dazu gehört auch die Ausweitung des Ausbildungsangebots, das den Erwerb unternehmerischer, digitaler und grüner Kompetenzen fördert.

In der Osnabrücker Erklärung zur beruflichen Bildung als Motor für den Wiederaufbau und den gerechten Übergang zu einer digitalen und ökologischen Wirtschaft wird Folgendes gefordert:

  • Förderung von Initiativen zur Unterstützung der Kooperation und gemeinsamen Nutzung von Wissen durch Berufsbildungseinrichtungen und -anbieter im Hinblick auf Lernmethoden, Lehrpläne, Leitlinien, Lernen am Arbeitsplatz und Qualitätssicherung von Bildungs- und Ausbildungsangeboten zur Vermittlung von Umweltkompetenzen unter Nutzung europäischer Programme wie ERASMUS
  • Definition von arbeitsmarktrelevanten Kompetenzen für den ökologischen Wandel zur Aufnahme in Lehrpläne und Berufsbildungsangebote, u. a. bereichs- und berufsübergreifende Grundkompetenzen und bereichsspezifische Kompetenzen, in Kooperation mit den Sozialpartnern

Die Projekte werden sich mit den beiden folgenden Bereichen von Priorität 5 befassen:

A) Kernprofil grüner Kompetenzen für den Arbeitsmarkt

  • Die Entwicklung eines Kernprofils grüner Kompetenzen für den Arbeitsmarkt als Leitbild für die Berufsbildung mit dem Ziel, eine Generation klima-, umwelt- und gesundheitsbewusster Fachkräfte und umweltbewusster Wirtschaftsakteure auszubilden.

B) Integration dieses Kernprofils in die Berufsbildung

  • Die Projekte werden dazu beitragen, dieses Kernprofil grüner Kompetenzen in die Lehrpläne der beruflichen Bildung zu integrieren.
  • Die Projekte werden auch dazu beitragen, dieses Kernprofil in die Ausbildung von Lehrkräften, Ausbildern und anderem Personal zu integrieren, das sich in der beruflichen Erstausbildung und Weiterbildung befindet.

Los 3: Erwachsenenbildung

Vorschläge, die im Rahmen von Los 3 eingereicht werden, müssen die folgende Priorität berücksichtigen: 

Priorität 6: Weiterbildungspfade: Neue Chancen für Erwachsene

Weiterbildungspfade, wie in der Empfehlung des Rates für Weiterbildungspfade:  Neue Chancen für Erwachsenes22  ist an Erwachsene mit geringen Fähigkeiten, Kenntnissen und Kompetenzen gerichtet, die bestenfalls die Sekundarstufe I abgeschlossen haben. Sie bieten ihnen flexible Möglichkeiten, um ihre Lese- und Schreib-, Rechen- und digitalen Kompetenzen (einschließlich der Fähigkeit, digitale Technologien zu nutzen) zu verbessern und sich höheren Qualifikationsstufen, die für den Arbeitsmarkt und eine aktive Beteiligung an der Gesellschaft erforderlich sind, anzunähern.

Die Weiterbildungspfade tragen dazu bei, dass jede Person das Recht auf allgemeine und berufliche Bildung und lebenslanges Lernen von hoher Qualität und in inklusiver Form hat, wie in Grundsatz 1 der europäischen Säule sozialer Rechte formuliert.

Die Weiterbildungspfade umfassen drei Schritte:

  1. Bewertung der Kompetenzen (d. h. die Identifizierung oder das Screening der Kompetenzen);
  2. Bereitstellung eines maßgeschneiderten, flexiblen hochwertigen Lernangebots; und
  3. Validierung und Anerkennung der erworbenen Kompetenzen.

Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen werden die Projekte die Umsetzung der Empfehlung des Rates für Weiterbildungspfade, des Aktionsplans zur europäischen Säule sozialer Rechte sowie der Europäischen Kompetenzagenda (Maßnahme 8: „Kompetenzen für das Leben“) unterstützen.

Im Rahmen der Projekte

  • wird ein Beitrag zur Erhöhung des Angebots an Weiterbildungsmöglichkeiten und deren Inanspruchnahme durch gering qualifizierte Erwachsene geleistet
  • wird ein Beitrag zur praktischen und integrierten Umsetzung der Schritte der Weiterbildungspfade geleistet, unterstützt durch Maßnahmen zu deren Bekanntmachung und beratenden Unterstützung
  • wird ein Beitrag zur Verbesserung der Kohärenz der bestehenden Maßnahmen für gering qualifizierte Erwachsene geleistet
  • wird sichergestellt, dass alle betroffenen Akteure mobilisiert und in die Umsetzung der Empfehlung für Weiterbildungspfade einbezogen werden.

Es sollte ein partnerschaftlicher Ansatz gewährleistet werden, der eine wirksame Koordinierung und langfristige Zusammenarbeit zwischen den an der Planung, Umsetzung und Überwachung der Weiterbildungspfade beteiligten Akteuren fördert.

Die Projekte müssen einen Plan für die Umsetzung der Ergebnisse in den teilnehmenden Ländern sowie Vorschläge für die weitere Entwicklung einer maßgeschneiderten Unterstützung und des Lernens für diese spezielle Zielgruppe enthalten.

Zu den an den Weiterbildungspfaden beteiligten Akteuren können gehören: nationale, regionale oder lokale Stellen, die an der Planung, Organisation oder Förderung der Erwachsenenbildung beteiligt sind, Arbeitgeberverbände, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Industrie-, Handels- und Handwerkskammern, Arbeitsvermittlungsstellen, Anbieter von allgemeiner und beruflicher Bildung, zwischengeschaltete und sektorale Organisationen, Organisationen der Zivilgesellschaft, lokale und regionale Wirtschaftsakteure, Bibliotheken und kommunale Dienste.

Erwartete wirkung

Zukunftsorientierte Projekte sollen innovative Lösungen bieten, die auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene umgesetzt werden können und idealerweise das Potenzial haben, entweder durch EU-Mittel oder durch nationale und regionale Unterstützung weiterentwickelt zu werden.

Die Bottom-up-Praktiken sollten die festgelegten Prioritäten zur Stärkung der Innovationskapazität Europas richtig angehen, einen starken Einfluss auf die Reformen der allgemeinen und beruflichen Bildung haben und einen Systemwandel einleiten.

Durch die weite Verbreitung der Projektergebnisse auf transnationaler, nationaler und/oder regionaler Ebene, auch unter Berücksichtigung nationaler, europäischer industrieller Ökosysteme und regionaler Strategien der intelligenten Spezialisierung, sollen zukunftsorientierte Projekte eine kathartische Wirkung auf Systemebene entfalten, um die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung dabei zu unterstützen, den Herausforderungen einer sich rasch verändernden Welt besser gerecht zu werden.

Gewährungskriterien

Relevanz des Projekts - (Höchstpunktzahl 30 Punkte / Mindestpunktzahl 15 Punkte)

  • Verbindung zu EU-Politik und -Initiativen: Mit dem Vorschlag wird ein Projekt konzipiert und entwickelt, das eine zukunftsorientierte Idee auf EU-Ebene unterstützt, wobei bestehende EU-Instrumente und -Initiativen (gegebenenfalls) berücksichtigt und gefördert werden. Der Vorschlag unterstützt auch die Umsetzung der EU-Politik (z. B. der Europäischen Kompetenzagenda), der EU-Rahmenprogramme und der EU-Initiativen wie der länderspezifischen Empfehlungen des Europäischen Semesters;
  • Zweck: Der Vorschlag ist für das Ziel der Aktion sowie für die allgemeinen und spezifischen Ziele der Aktion relevant (siehe Abschnitt „Ziele der Aktion“ oben);
  • Anwendungsbereich: Der Vorschlag bezieht sich auf eine der sechs Prioritäten der Aktion (siehe Abschnitt „Einrichten eines Projekts“ oben);
  • Innovation: Der Vorschlag trägt modernen Methoden und Techniken Rechnung und führt zu innovativen Ergebnissen und Lösungen, die in einem oder mehreren Wirtschafts- oder Bildungsbereichen eingesetzt werden können;
  • Kohärenz: Die Ziele beruhen auf einer fundierten Bedarfsanalyse. Sie sind klar definiert, realistisch und betreffen Aspekte, die für die teilnehmenden Organisationen und die Aktion von Bedeutung sind.
  • Europäischer Mehrwert: Aus dem Vorschlag ist eindeutig ein durch den länderübergreifenden Charakter und die potenzielle Übertragbarkeit bedingter systematischer Mehrwert auf EU-Ebene ersichtlich.
  • Je nach der berücksichtigten Priorität:
    • Priorität 1 - Digitale Bildung und Kompetenzen: das Ausmaß, in dem der Vorschlag konsequent Aktivitäten, Forschung und Veranstaltungen plant und integriert, die eindeutig zur digitalen Transformation beitragen;
    • Priorität 2 - Ökologische Bildung und Kompetenzen: das Ausmaß, in dem der Vorschlag konsequent Aktivitäten, Forschung und Veranstaltungen plant und integriert, die den Übergang zu einer kreislauforientierten und umweltfreundlicheren Wirtschaft fördern und so zum Grünen Deal der Kommission, zum Klimaübereinkommen von Paris und zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung beitragen;
    • Priorität 3 - Pakt für Kompetenzen: das Ausmaß, in dem der Vorschlag konsequent Aktivitäten, Forschung sowie Instrumente und Strukturen vorsieht und integriert, die die Kompetenzentwicklung in Wertschöpfungsketten in einem industriellen Ökosystem stärken;
    • Priorität 4 - Angewandte Forschung in der Berufsbildung: das Ausmaß, in dem der Vorschlag einen kohärenten Plan für die Einrichtung von Strukturen und Mechanismen für die angewandte Forschung in der Berufsbildung entwickelt, der so konzipiert ist, dass er mit dem Lehr- und Lernprozess interagiert und ihm zugutekommt, während er gleichzeitig dem Bedarf externer Organisationen an Innovation und Entwicklung entspricht;
    • Priorität 5 - Grüne Kompetenzen im Berufsbildungssektor: das Ausmaß, in dem der Vorschlag ein sinnvolles Kernprofil grüner Kernkompetenzen entwickelt und aufzeigt, wie dieses Kernprofil grüner Kompetenzen in die Lehrpläne der beruflichen Bildung sowie in die Ausbildung von Lehrern, Ausbildern und anderem Personal integriert werden kann;
    • Priorität 6 - Weiterbildungspfade: das Ausmaß, in dem der Vorschlag beiträgt zur praktischen und integrierten Umsetzung der Schritte der Weiterbildungspfade, unterstützt durch Maßnahmen zu deren Bekanntmachung und beratenden Unterstützung.
  • Umfeld nach der Pandemie: das Ausmaß, in dem der Vorschlag Maßnahmen zur Förderung neuer Politiken und Praktiken auf Systemebene vorsieht, um den neuen Herausforderungen der jüngsten Pandemie zu begegnen.

Qualität der Projektkonzeption und -durchführung - (Höchstpunktzahl 30 Punkte / Mindestpunktzahl 15 Punkte)

  • Kohärenz: Die Projektkonzeption gewährleistet insgesamt die erforderliche Übereinstimmung zwischen Projektzielen, Methodik, Aktivitäten, Dauer und dem vorgeschlagenen Finanzrahmen. Der Vorschlag ist zusammenhängend und verständlich aufgebaut und beschreibt geeignete Aktivitäten, die den ermittelten Bedürfnissen entsprechen und die zu den erwarteten Ergebnissen führen.
  • Struktur: Das Arbeitsprogramm ist klar und verständlich (und erstreckt sich auf angemessene Projektphasen:  Vorbereitung, Durchführung, Überwachung, Bewertung, Verbreitung und Nutzung). Es umfasst eine Ex-ante- und eine Ex-post-Analyse (beide innerhalb der Projektlaufzeit) der eingeführten Innovation im Bildungswesen;
  • Methodik: Qualität und Durchführbarkeit der vorgeschlagenen Methoden und ihre Eignung für die Erzielung der erwarteten Ergebnisse, wobei EU-Instrumente eingesetzt werden, sofern sie für das Projekt relevant sind;
  • Management: Es werden klare Regelungen für das Projektmanagement getroffen. Zeitvorgaben, Organisation, Aufgabenstellungen und Zuständigkeiten sind klar beschrieben und realistisch. Im Vorschlag sind jeder Aktivität geeignete Ressourcen zugewiesen.
  • Verbesserung von Qualität und Wirksamkeit: Im Vorschlag ist die Innovation eindeutig in Aktivitäten und Ergebnisse eingebettet, die die Qualität, Effizienz und Gerechtigkeit der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung verbessern;
  • Finanzrahmen: Der Finanzrahmen beinhaltet angemessene Mittel für eine erfolgreiche Durchführung des Projekts und wurde weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt.
  • Finanz- und Qualitätskontrolle: Kontrollmaßnahmen (laufende Qualitätsbewertung und -Schulung, Peer-Reviews, Benchmarking usw.) und Qualitätsindikatoren gewährleisten eine hochwertige und kostenwirksame Durchführung des Projekts. Die mit dem Projekt verbundenen Herausforderungen und Risiken sind klar definiert, und es sind angemessene Aktionen zur Abschwächung der Risiken und zur Begrenzung der Herausforderungen vorgesehen. Verfahren expertenbasierter Bewertungen sind als wesentliche Bestandteile des Projekts vorgesehen. Das Arbeitsprogramm beinhaltet eine unabhängige externe Qualitätsbewertung zur Halbzeit und am Ende der Laufzeit des Projekts, um mögliche Projektanpassungen zu ermöglichen.

Qualität der Partnerschaft und der Kooperationsvereinbarungen - (Höchstpunktzahl 20 Punkte / Mindestpunktzahl 10 Punkte)

  • Zusammensetzung: Die Zusammensetzung der Partnerschaft steht im Einklang mit den Zielen der Aktion und des Projekts. Es ist eine geeignete Mischung aus relevanten Organisationen mit den erforderlichen Profilen, Kompetenzen, Erfahrungen, Fachkenntnissen und Managementunterstützung vorgesehen, die für die erfolgreiche Durchführung des gesamten Projekts erforderlich sind. Der Vorschlag umfasst Partner, die den betreffenden Sektor oder sektorübergreifenden Ansatz angemessen vertreten.  Insbesondere unter Priorität 4, das Ausmaß, in dem die Partnerschaft Tandems von Berufsbildungsanbietern und Unternehmensvertretern oder -verbänden in jedem teilnehmenden Land organisiert. Insbesondere unter Priorität 5, das Ausmaß, in dem die Partnerschaft Tandems von Berufsbildungsanbietern und Arbeitsmarktvertretern in jedem teilnehmenden Land organisiert.
  • Engagement: Die Beiträge der Partner aus dem Hochschulbereich sind erheblich und ergänzen einander. Die Zuständigkeiten und Aufgaben sind klar und angemessen aufgeteilt, und die entsprechenden Beschreibungen geben Aufschluss über die Verpflichtungen und die aktive Mitwirkung aller teilnehmenden Organisationen;
  • Aufgaben: Der Koordinator zeichnet sich durch eine hohe Qualität seines Managements und der Koordination transnationaler Netzwerke sowie durch Führungsfähigkeit in einer komplexen Umgebung aus. Individuelle Aufgaben werden auf der Grundlage des speziellen Know-hows jedes einzelnen Partners zugewiesen.
  • Zusammenarbeit/Teamgeist: Es wird ein wirksamer Mechanismus vorgeschlagen, um eine effiziente Abstimmung, Entscheidungsfindung, Kommunikation und Konfliktlösung der teilnehmenden Organisationen, der Teilnehmer und sonstiger maßgeblicher Interessenträger sicherzustellen.
  • Geografische Dimension und Einbeziehung von nicht mit dem Programm assoziierten Drittländern: Die Partnerschaft umfasst relevante Partner aus verschiedenen geografischen Gebieten und diese geografische Zusammensetzung ist begründet.  Sofern Organisationen aus nicht mit dem Programm assoziierten Drittländern beteiligt sind, erbringt dies einen wesentlichen Mehrwert für die Erreichung der Ziele des zukunftsorientierten Projekts.

Wirkung, Verbreitung und Nachhaltigkeit - (Höchstpunktzahl 20 Punkte / Mindestpunktzahl 10 Punkte)

  • Nutzung der Projektergebnisse: Aus dem Vorschlag geht hervor, wie die Projektergebnisse auf Systemebene in einem oder mehreren Sektoren genutzt werden. Im Vorschlag wird erläutert, wie die Nutzung während der Durchführung des Projekts und darüber hinaus gemessen wird.
  • Verbreitung: Der Vorschlag beinhaltet einen klaren Plan für die Verbreitung der Ergebnisse und sieht geeignete Zielvorgaben, Aktivitäten, einschlägige Zeitpläne, Instrumente und Kanäle vor, damit die Ergebnisse während und nach der Projektlaufzeit wirksam und zum Nutzen der richtigen Interessenträger, Politikgestalter und Innovationstreiber verbreitet werden. In dem Vorschlag wird ferner angegeben, welche Partner für die Verbreitung zuständig sind und über welche einschlägige Erfahrung sie im Zusammenhang mit Verbreitungsaktivitäten nachweislich verfügen. Bei der Verbreitung werden auch nationale und regionale Strategien zur intelligenten Spezialisierung berücksichtigt, um auf diesen Ebenen die größtmögliche Wirkung zu erzielen; Freier Zugang: Generell – und innerhalb der Beschränkungen bestehender nationaler und europäischer Rechtsrahmen – sind die Ergebnisse als freie Lehr- und Lernmaterialien (OER) zugänglich zu machen und auf einschlägigen Plattformen der jeweiligen Berufs- oder Branchenverbände oder der zuständigen Behörden zur Verfügung zu stellen. Im Vorschlag wird erläutert, wie die erstellten Daten, Materialien, audiovisuellen Medien und Aktivitäten auf sozialen Medien durch freie Lizenzen ohne unverhältnismäßige Einschränkungen kostenlos zugänglich gemacht und beworben werden.
  • Wirkung: Aus dem Vorschlag geht die mögliche Wirkung des Projekts hervor:
    • auf die wichtigsten Zielgruppen und Sektoren
    • auf politische Entscheidungsträger auf Systemebene
    • jenseits der politischen Entscheidungsträgern und Behörden, auf die das Projekt direkt abzielt, auf private oder öffentliche Innovationstreiber auf lokaler, regionaler, nationaler und/oder europäischer Ebene. Der Vorschlag weist das Potenzial auf, von anderen wichtigen Akteuren in der Branche oder darüber hinaus umgesetzt zu werden.

Der Vorschlag enthält Maßnahmen sowie Zielvorgaben und Indikatoren zur Überwachung der Fortschritte und zur Bewertung der erwarteten (kurz- und langfristigen) Wirkung.

  • Nachhaltigkeit: In dem Vorschlag wird erläutert, wie das zukunftsorientierte Projekt auf unterschiedlichen Ebenen (lokal, regional, national) ausgeführt und weiterentwickelt werden soll. Der Vorschlag beinhaltet ein Konzept für einen langfristigen Aktionsplan, der die schrittweise Bereitstellung der Arbeitsergebnisse des Projekts nach seinem Abschluss und deren allgemeine Übernahme vorsieht. Dieser Plan ist auf der Grundlage tragfähiger Partnerschaften zwischen politischen Entscheidungsträgern, Anbietern im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie Interessenvertretern aus Schlüsselindustrien auf der jeweils angemessenen Ebene zu erstellen. Auch die Ermittlung zweckdienlicher Leitungsstrukturen sowie Pläne für die Skalierbarkeit und finanzielle Nachhaltigkeit sollten Bestandteil des Plans sein, wozu auch gehört, dass potenzielle (europäische, nationale und private) finanzielle Ressourcen benannt werden, die gewährleisten, dass die erzielten Ergebnisse und Vorteile auf lange Sicht eine nachhaltige Wirkung entfalten.

Um für eine Förderung in Betracht zu kommen, müssen die Anträge mindestens 70 Punkte (von insgesamt 100 Punkten) erreichen, wobei die erforderliche Mindestpunktzahl für eine weitere Prüfung für jedes der vier Gewährungskriterien zu berücksichtigen ist:

Im Fall von Ermessensentscheidungen bei Vorschlägen im Rahmen derselben Priorität wird die Priorität anhand der Punktzahl ermittelt, die sie zunächst für das Gewährungskriterium „Relevanz“ und anschließend für „Wirkung“ erhalten haben.

Der Bewertungsausschuss wird sich nach Möglichkeit um eine ausgewogene Abdeckung der Prioritäten bemühen.

Fristen und vorläufiger zeitplan für die bewertung und für finanzhilfevereinbarungen

Phasen

Datum und Uhrzeit bzw. vorgesehener Zeitraum

Frist für die Einreichung von Anträgen

15. März - 17.00 Uhr (Brüsseler Zeit)  

Bewertungszeitraum

April – Juli 2022

Benachrichtigung der Antragsteller

August 2022

Unterzeichnung der Finanzhilfevereinbarung

Oktober – Dezember 2022

Beginn der Maßnahme 

1.11.2022 oder 1.12.2022 oder 1.1.2023

Welche regeln bestehen für die finanzierung?

Diese Aktion folgt dem Modell einer Finanzierung durch Pauschalbeträge. Die Höhe des Zuschusses in Form eines einmaligen Pauschalbeitrags wird für jede Finanzhilfe auf der Grundlage des Kostenvoranschlags für die vom Antragsteller vorgeschlagene Aktion bestimmt. Die gewährende Behörde setzt den Pauschalbetrag für jede Finanzhilfe auf der Grundlage des Vorschlags, des Bewertungsergebnisses, der Fördersätze und des in der Aufforderung festgelegten Höchstbetrags der Finanzhilfe fest.

Die maximale EU-Finanzhilfe pro Projekt beläuft sich auf folgende Beträge:

  • Für Los 1 - Bereichsübergreifende Prioritäten: Mindestbetrag EUR 800 000
  • Für Los 2 Berufliche Aus- und Weiterbildung: 700 000 EUR
  • Für Los 3 - Erwachsenenbildung: 1 000 000 EUR

Die maximale Anzahl der zu finanzierenden Projekte beträgt:

Für die Lose 1 und 3: Es gibt keine Höchstgrenze, außer den Haushaltszwängen

Für Los 2: Es gibt ein Richtziel von sieben Projekten pro Priorität (für die Prioritäten 3, 4 bzw. 5)

Wie wird der Pauschalbetrag für das Projekt bestimmt?

Die Antragsteller müssen eine im Antragsformular enthaltene Tabelle mit einer detaillierten Kostenaufstellung ausfüllen und dabei die folgenden Punkte berücksichtigen:

  1. Die Kostenaufstellung sollte so detailliert wie nötig nach dem/den Begünstigten aufgeschlüsselt und in kohärente Arbeitspakete gegliedert werden (z. B. unterteilt in „Projektmanagement“, „Analyse“, „Schulungen“, „Organisation von Veranstaltungen“, „Modellimplementierung“, „langfristiger Aktionsplan“, „Kommunikation und Verbreitung“, „Qualitätssicherung“ usw.).
  2. Der Vorschlag muss eine Beschreibung der von jedem Arbeitspaket erfassten Aktivitäten enthalten.
  3. Zudem muss in dem Vorschlag eine Aufschlüsselung der veranschlagten Kosten vorgenommen werden, aus der der jeweilige Anteil pro Arbeitspaket (und innerhalb jedes Arbeitspakets der den einzelnen Begünstigten und verbundenen Einrichtungen zugewiesene Anteil) ersichtlich ist.
  4. Die beschriebenen Kosten können Personalkosten, Reise- und Aufenthaltskosten, Kosten für Ausrüstung und Unteraufträge sowie sonstige Kosten (wie Verbreitung von Informationen, Veröffentlichung oder Übersetzung) umfassen.

Zur Bewertung der Vorschläge werden die einschlägigen Standardverfahren verwendet und interne und/oder externe Experten hinzugezogen. Die Experten bewerten die Qualität der Vorschläge auf der Grundlage der in der Aufforderung festgelegten Anforderungen sowie der erwarteten Wirkung, Qualität und Effizienz der Aktion. Die Höhe des Pauschalbetrags ist auf maximal 80 % des Kostenvoranschlags begrenzt, der sich aus der Bewertung ergibt.

Im Anschluss an die Bewertung des Vorschlags setzt der Anweisungsbefugte unter Berücksichtigung der Bewertungsergebnisse die Höhe des Pauschalbetrags fest.

Die Parameter der Finanzhilfe (Höchstbetrag, Fördersatz, förderfähige Gesamtkosten usw.) werden in der Finanzhilfevereinbarung festgelegt.

Der Projekterfolg wird anhand der erzielten Ergebnisse bewertet. Durch diese Förderform wäre es möglich, sich eher auf die zu erbringenden Leistungen als auf die einzusetzenden Ressourcen zu konzentrieren und somit die Qualität und den Grad der Verwirklichung messbarer Ziele in den Mittelpunkt zu stellen.

Weitere Einzelheiten sind in der Musterfinanzhilfevereinbarung aufgeführt, die über das Portal für Ausschreibungen und Finanzierungsmöglichkeiten der Kommission (Funding and Tender Opportunities Portal, FTOP) erhältlich ist.